APA - Austria Presse Agentur

Wien-Wahl: Für Kickl hat sich FPÖ selbst besiegt

12. Okt 2020 · Lesedauer 2 min

Die FPÖ wird sich auf Bundesebene erst nächste Woche mit der Analyse der Wien-Wahl auseinandersetzen.

Überaus selbstkritisch hat FPÖ-Klubobmann Herbert Kickl am Montag das Debakel der Freiheitlichen bei der Wien-Wahl kommentiert. Dieser "enorme Verlust an Vertrauen" schmerze "unendlich", schrieb er auf Facebook: "Nicht andere Parteien haben uns diesmal besiegt. Die FPÖ selbst hat dieses Geschäft für unsere Gegner erledigt."

Das Wiener Wahlergebnis sei "mehr als bitter". Die Arbeit ganz vieler über einen langen Zeitraum sei "zunichte gemacht" worden. "Jeder Versuch, das schönzureden, ist zum Scheitern verurteilt", erklärte ein lesbar enttäuschter FPÖ-Klubobmann.

"Alles Reden und alles Fordern zählt nichts, wenn man seine Grundsätze nicht selber befolgt", so Kickl. Groß sei "die Enttäuschung und der Zorn", wenn dieses so einfache Prinzip verraten werde, meinte Kickl.

Journalist Michael Jungwirth (Kleine Zeitung) analysiert das Abschneiden der FPÖ bei der Wien-Wahl.

Muss weitergehen

Dennoch müsse es weitergehen, "weil die vielen Probleme, die auch in Wien zu lösen sind, sich mit dem gestrigen Tag nicht aufgelöst haben". Aus der leidenschaftlichen Freude der Gewinner werde sich bald "die bekannte Trägheit des Systems entwickeln", prophezeite Kickl. Die Schlüssel für einen zukünftigen freiheitlichen Erfolg hießen "Arbeit, Bodenhaftung, Ehrlichkeit und Glaubwürdigkeit".

So werde die FPÖ auch in Wien "wieder zu Kräften" kommen, um für diejenigen stark zu sein, "die von den Gewinnern von gestern rasch im Stich gelassen werden", erklärte Kickl: "So sehe ich unseren Auftrag. So sehe ich meinen Auftrag."

Bundesparteipräsidium nächste Woche

Für Anfang kommender Woche sei ein Bundesparteipräsidium geplant. Ein genauer Termin stand vorerst noch nicht fest, wie es auf APA-Anfrage aus der Partei hieß. Darüber hinaus wurde lediglich auf den traditionellen "blauen Montag" verwiesen.

Personelle Konsequenzen wurden bis dato ausgeschlossen. FPÖ-Chef Norbert Hofer sah am Wahlabend keine Notwendigkeit dafür. Jetzt sei es vielmehr wichtig, dass die Partei nun zusammenhalte. Auch Spitzenkandidat Dominik Nepp dachte am Wahlabend nicht an Rücktritt, er wolle das Ergebnis zunächst einmal analysieren.

Quelle: Agenturen / Redaktion / moe