Betroffene schildert Evakuierung aus Afghanistan: "Es war einfach nur schrecklich"

18. Aug 2021 · Lesedauer 2 min

Claudia Peppmüller wurde von Kabul nach Deutschland evakuiert. Im PULS 24 Interview schildert sie die Geschehnisse und spricht über die Lage in Afghanistan.

"Man kann kaum in Worte fassen, welche humanitäre Krise sich hier anbahnen wird", sagt Claudia Peppmüller zur Lage in Afghanistan. Die Deutsche, die für die Organisation "Friedensdorf" arbeitet, wurde selbst vor Kurzem aus Kabul evakuiert.

Sie selbst ist mit einem "lachenden und einem weinenden Auge" von Kabul nach Deutschland geflogen. Einerseits sei sie froh, wieder in Deutschland zu sein und andererseits hätte sie gerne Personen den Vorzug gegeben, die keine Papiere haben. Diese Menschen würden nicht wissen, was sie unter der Herrschaft der Taliban erwarten wird.

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Die Organisation "Friedensdorf" ermöglicht Kinder eine medizinische Versorgung in Österreich, Deutschland oder der Schweiz. In ihrer Arbeit für "Friedensdorf International" arbeitete Peppmüller eng mit dem roten Halbmond zusammen. Diese nahmen sie auch in ihrem Gästehaus auf, wie die Deutsche im PULS 24 Interview schildert. Dort bekam sie die Anweisungen für einen Evakuierungsflug für Deutsche.

"Vor den Türen ist es ein Drama"

"Auf dem Flugfeld selber war es ziemlich geordnet", schildert sie die Situationa auf dem Flughafen. Doch "vor den Türen ist es ein Drama. Es weinen viele Frauen. Die Kinder springen da herum, wissen überhaupt nicht, was mit ihnen geschieht. Die Männer schreien, viele halten Papiere hoch und wollen mit", berichtet Peppmüller von der Lage in Kabul. "Es war einfach nur schrecklich, weil auch die Armee, in meinem Fall waren es die Amerikaner, zum Teil nicht wussten, was sie als Erstes machen sollten und oft auch aus lauter Verzweiflung Warnschüsse abgeben haben", erinnert sie sich.

Sie kann selbst kaum fassen, was passiert ist. Peppmüller war mit 126 Menschen am Board. Sie selbst hat es so empfunden, dass die Mehrheit der Passagiere in Deutschland ansässig ist. "Es waren wenige an Board, die quasi aufgrund der Situation ausfliegen mussten, weil sie für die Deutschen gearbeitet haben", erklärt Peppmüller im Interview. Erstaunlich fand sie, dass in ihrem Flieger viele Familien mit Kindern mitflogen.

Angela PerkonigQuelle: Redaktion / pea