APA - Austria Presse Agentur

Bericht: Plastikpfand in Supermärkten kommt

06. Okt 2021 · Lesedauer 3 min

Jahrelang ist darum gerungen worden, nun scheint es eine Einigung zu geben: In allen österreichischen Supermärkten werde nun fix ein Pfandsystem auch für PET-Flaschen und Dosen eingeführt.

Wir arbeiten intensiv an der Finalisierung der Novelle des Abfallwirtschaftsgesetzes", sagte Florian Berger, Sprecher der für Klima- und Umweltschutz zuständigen Ministerin Leonore Gewessler (Grüne). Der Pakt sieht laut "Heute"-Bericht vor, dass das Abfallwirtschaftsgesetz (AWG) novelliert wird. Spätestens ab 2025 soll es im gesamten Lebensmittelhandel ein Recycling-System geben, auch bei den Diskontern. Bisher konnte man dort keine Glasflaschen zurückgeben, während das in den "klassischen Supermärkten" bereits seit längerem möglich ist. Die Glasbehältnisse können dadurch wiederbefüllt, also wiederverwendet werden.

Teuerung um 20 bis 30 Cent 

Kommen soll auch ein Pfand auf  PET-Flaschen und Dosen. In Zukunft sollen Händler leere Verpackungen zurücknehmen, auch wenn die Getränke anderswo gekauft worden seien. Auch neue Automaten soll es geben. Ab 2025 könnte eine Dose oder eine Plastikflasche um 20 bis 30 Cent mehr kosten. Das Geld würden die Konsumenten bei Rückgabe retour bekommen.

Im AWG sollen außerdem ein verbindliches Mehrwegangebot bei Getränken in Supermärkten, ein Verbot bestimmter Einwegplastikprodukte, ein Importverbot vermischter Industrieabfälle und eine Verlagerung von Abfalltransporten auf die Schiene festgehalten werden.

Das Klimaschutzministerium wollte sich gegenüber "Heute" nicht äußern. Auch für die APA war es vorerst für eine Bestätigung bzw. eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Global 2000 jubelt

 Auch wenn die offizielle Bestätigung zur Einigung fehlt, gibt es die ersten freudigen Reaktionen, aber auch Forderungen von Umweltschutzorganisationen. "Monatelang haben wir uns gemeinsam mit unseren Unterstützern und Unterstützerinnen fürs Pfandsystem stark gemacht. Nun kann die Natur endlich aufatmen und ein notwendiger Wandel vollzogen werden. Getränkeverpackungen bekommen einen Wert und können gleich wie Mehrwegflaschen im Supermarkt zurückgebracht werden", so Lena Steger von Global 2000 in einer Aussendung. Gleichzeitig wurde die "richtige Umsetzung", konkret eine "faire Gestaltung mit ganzheitlichem Ansatz" eingemahnt.

Greenpeace forderte, dass der Handel Pfandautomaten und Mehrwegflaschen deutlich früher und nicht erst wie kolportiert 2025 in die Supermärkte bringt. "Die Mehrwegquoten müssen zudem jährlich durch einen Stufenplan gesteigert werden, damit Plastik und Alu-Müll bei Getränken langfristig deutlich reduziert werden kann", hieß es in einer Aussendung. Der WWF mahnt einen raschen Beschluss und eine lückenlose Umsetzung des gemeinsamen Pfandsystems ein.

Auch aus der Politik gab es erstes positives Feedback. "Wenn es nun wie angekündigt zu einer Lösung auf Bundesebene für Mehrweg- und Einweg-Pfand kommt, ist das sehr zu begrüßen", freute sich Wiens Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky (SPÖ) in einer Aussendung. Eine schnellere Umsetzung wäre aber wünschenswert: "Je frühere, desto besser!" Und: Es sei wichtig, eine geplante Mehrwegquote auf Grundlage der tatsächlich verkauften Stückzahl von Produkten festzulegen.
 

Quelle: Agenturen / Redaktion / lam