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Behörden in Crans-Montana: Verstöße in Bar seit 2018 bekannt

Heute, 08:37 · Lesedauer 2 min

Fast drei Wochen nach dem Brand im Westschweizer Skiort Crans-Montana ist mehr über die durch den Sicherheitsbeauftragten der Gemeinde durchgeführten Kontrollen bekannt geworden. Die Behörden waren seit 2018 über Verstöße des Geschäftsführers der Bar "Le Constellation" informiert. Das Lokal war 2016, 2018 und 2019 dreimal kontrolliert worden. Bei dem Feuer in der Bar waren in der Silvesternacht 40 Menschen ums Leben gekommen und 114 Menschen verletzt worden.

"Allerdings wurde 2016 nur die Veranda kontrolliert (durch die damalige Gemeinde Chermignon, Anm.)", hieß es am Dienstagabend in der Sendung "Forum" des Westschweizer Fernsehens RTS unter Bezugnahme auf Dokumente, die auch Keystone-sda einsehen konnte. Im Jänner 2018 hatte der Sicherheitsbeauftragte der Gemeinde Crans-Montana den Geschäftsführer demnach dazu aufgefordert, die Besucherzahl in seinem Lokal auf 100 Personen pro Etage zu begrenzen. Der Beauftragte gab ihm außerdem drei Monate Zeit, um anzugeben, wo sich die Feuerlöscher befinden. Auch Evakuierungspläne und eine entsprechende Schulung des Personals fehlten damals.

Bei der Kontrolle im Mai 2019 wurden alle diese Forderungen vom Sicherheitsbeauftragten erneut gestellt, da der Geschäftsführer die Erwartungen der Gemeindeverwaltung nicht erfüllt hatte. Im Jahr 2019 wurde ihm erneut eine Frist von drei Monaten eingeräumt, um die Vorschriften zu erfüllen. Seitdem wurde die Bar nicht mehr kontrolliert. Was die Frage des Schallschutzschaums betrifft, so findet sich in den genannten Berichten kein Hinweis darauf. Sowohl 2016 als auch 2018 und 2019 war der Beschuldigte nicht Eigentümer der Räumlichkeiten, sondern lediglich Geschäftsführer des Betriebs. Er befindet sich seit 12. Jänner in Untersuchungshaft.

Zusammenfassung
  • Bei einem Brand in der Bar "Le Constellation" im Skiort Crans-Montana kamen in der Silvesternacht 40 Menschen ums Leben und 114 wurden verletzt.
  • Die Behörden waren seit 2018 über Verstöße des Geschäftsführers informiert und kontrollierten das Lokal insgesamt dreimal, zuletzt im Mai 2019.
  • Dem Geschäftsführer wurden 2018 und 2019 jeweils eine Frist von drei Monaten gesetzt, um unter anderem die Besucherzahl auf 100 Personen pro Etage zu begrenzen und Brandschutzmaßnahmen nachzuweisen, was jedoch nicht umgesetzt wurde.