APA/APA/AFP/SEBASTIEN BOZON

Baby mit seltenem Tumor erstmals im Mutterleib behandelt

16. Feb. 2026 · Lesedauer 2 min

In Frankreich ist ein Baby mit einer seltenen Tumorerkrankung nach Angaben von Medizinern erstmals im Mutterleib behandelt worden - mit Erfolg. Der Tumor im Halsbereich infolge des Kasabach-Merritt-Syndroms (KMS) habe die Atmung des Babys massiv gefährdet, sagte der Arzt Chris Minella am Montag in der Entbindungsklinik in Mülhausen, wo der Tumor entdeckt worden war. Dank eines von der Mutter oral eingenommenen Medikaments konnte das Wachstum des Tumors jedoch gebremst werden.

Das mit einem Gefäßtumor einhergehende KMS war bei dem Fötus gegen Ende des siebenten Schwangerschaftsmonats festgestellt worden. Die Schwellung am Hals breitete sich rasch über den gesamten unteren Teil seines Gesichts aus. Ein auf seltene Erkrankungen spezialisiertes Referenzzentrum in Lyon schlug daraufhin die pränatale Behandlung mit einem Spezialmedikament vor, das die Neubildung von Blutgefäßen hemmt.

Der kleine Issa kam schließlich am 14. November 2025 per Kaiserschnitt zur Welt - der ursprünglich lebensbedrohliche Tumor war geschrumpft und das Neugeborene musste nicht intubiert werden, um atmen zu können. Laut Issas behandelnder Ärztin Alexandra Spiegel-Bouhadid konnte die Fehlbildung dank der "außergewöhnlichen Behandlung" stabilisiert werden. Einen Monat nach seiner Geburt wurde das Baby nach Hause entlassen und wird nun regelmäßig im Krankenhaus untersucht.

Der mittlerweile drei Monate alte Issa hat zwar noch immer eine Geschwulst im unteren Gesichtsbereich, ist aber ein fröhliches und aufgewecktes Baby, das nach Angaben seiner 34 Jahre alten Mutter Viviane "gut isst und wächst". Trotz seines Tumors sei Issa "ein normales Kind".

Zusammenfassung
  • In Frankreich wurde erstmals ein Baby mit einem seltenen Gefäßtumor infolge des Kasabach-Merritt-Syndroms (KMS) noch im Mutterleib erfolgreich behandelt.
  • Der Tumor, der gegen Ende des siebten Schwangerschaftsmonats entdeckt wurde, bedrohte die Atmung des Fötus massiv, konnte jedoch durch ein von der Mutter eingenommenes Medikament deutlich verkleinert werden.
  • Der kleine Issa kam am 14. November 2025 per Kaiserschnitt zur Welt, musste nicht intubiert werden und wurde einen Monat später aus dem Krankenhaus entlassen.