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"Parade-Rapidler" Burgstaller sorgt für grün-weiße Ruhe

27. Okt. 2022 · Lesedauer 4 min

Mit einem 5:1-Schützenfest gegen Hartberg hat sich Rapid den Frust von der Seele geschossen und wieder für etwas Ruhe im grün-weißen Kosmos gesorgt. Der erste Dreier nach drei Liga-Niederlagen in Folge, der erste Heimsieg in der Fußball-Bundesliga seit drei Monaten, dazu eine spielerisch dominante Darbietung bis zum Schlusspfiff sowie ein Triplepack von "Parade-Rapidler" Guido Burgstaller - all das stimmte Interimstrainer Zoran Barisic am Nationalfeiertag zufrieden.

"Wir haben alle viel erdulden müssen", sagte Barisic erleichtert, nachdem sein Team im Nachtragsspiel gegen das über weite Strecken desolate Tabellenschlusslicht aus der Oststeiermark wieder über den Strich kletterte. Nach 13 Runden sind die Hütteldorfer Fünfter, einen Punkt vor der Wiener Austria auf Platz sieben. Die Tabellenkonstellation spielte nach dem Befreiungsschlag in Grün-Weiß aber keine Rolle, vielmehr gehe es nun darum, "eine gewisse Konstanz" hineinzubekommen, betonte Burgstaller.

Der Routinier hatte mit seinem insgesamt dritten Dreierpack für Rapid geglänzt, wollte den Kantersieg aber nicht überbewerten. "Es ist ein kleiner Schritt in die richtige Richtung", sagte Burgstaller. "Zumindest die Art und Weise hat gepasst, das muss unser Anspruch sein." Das sah auch Barisic so, der die Arbeitsmoral seiner Truppe lobte: "Wir waren nie im Verwaltungsmodus und wollten immer nach vorne spielen. Das sollte unsere Mentalität sein und das hat die Mannschaft tadellos bis zum Schluss umgesetzt."

Ein besonderes Lob erhielt Burgstaller, der kurz vor Schluss als etatmäßiger Elferschütze den Wunsch des am Mittwoch torlosen Ferdy Druijf erfüllte und auf einen möglichen Viererpack verzichtete. "Das spricht für ihn und seinen Charakter. Er ist der Parade-Rapidler", sagte Barisic. "Er ist ein Spieler, der Verantwortung übernimmt, der auch die notwendigen Worte findet, wenn er sich an die Mannschaft richtet - und er ist einer, der ohne Ende marschiert. Was er an Pensum abspult im physischen Bereich, spricht eine deutliche Sprache."

Burgstaller war im Sommer vom FC St. Pauli zu Rapid zurückgekehrt. Mittlerweile hält er bei sieben Ligatoren. Schon unter seinem Vorgänger Ferdinand Feldhofer sei der 33-Jährige ein "sehr wichtiger Bestandteil" der Mannschaft gewesen, betonte Barisic. "Aber man darf nicht vergessen: Auch er ist ein Neuzugang. Er muss sich auch einleben und einfügen."

Im Training habe sich Burgstaller zuletzt enorm treffsicher präsentiert. "Wir haben als Team darauf hingearbeitet, dass wir Burgi in Abschlusspositionen bringen - weil er einfach weiß, wo das Tor steht", erklärte Barisic. "Er ist einer, der aus wenigen Chancen Tore macht." Zudem sei sein Stürmer ein guter Fußballer. "Ihn kannst du anspielen, er ist mit dem Rücken zum Tor stark, sichert Bälle gut und legt gut ab. Dazu ist er im Kombinationsspiel sicher, kann Situationen im Eins-gegen-Eins lösen und ist torgefährlich. Ich bin froh, dass ich ihn in meiner Mannschaft habe, dass es ihm jetzt gut geht. Ich hoffe, dass er diese Form konservieren kann."

Auch Christoph Knasmüllner erhielt von seinem Coach ein Sonderlob. Unter Feldhofer spielte der 30-Jährige zuletzt keine Rolle, gegen Hartberg war der Mittelfeldakteur in den dominanten ersten 25 Minuten "überall am Platz". Danach verlor Rapid aber ein wenig den Faden und kassierte vor der Pause den Ausgleich. Das wurmte auch Burgstaller. Zuvor "hätten wir zwei, drei Tore schießen müssen", sagte er.

Dafür zeigte sich die Barisic-Elf nach dem Seitenwechsel unheimlich effizient. "Diese Energie werden wir mitnehmen. Wir werden das Spiel analysieren, die positiven Dinge mitnehmen, es aber auch abhaken", betonte der Interimscoach. Bereits am Samstag geht es im Ländle bei Aufsteiger Austria Lustenau darum, die Leistung zu bestätigen.

Hartberg hingegen stürzte mit der zweiten 1:5-Pleite nacheinander noch tiefer in die Krise. Wie schon gegen die WSG Tirol am Samstag fiel die Elf von Klaus Schmidt in Hütteldorf am Ende auseinander. Die mitgereisten Fans äußerten mit einem "Schmidt raus"-Transparent gegen Spielende ihren Unmut. Darauf angesprochen zeigte der Coach Verständnis: "Dass die Leute aktuell keine Freude mit mir haben, ist verständlich. Das ist das Brot des Trainers, dem muss man sich stellen."

Sechs Niederlagen in den vergangenen sieben Ligaspielen geben ein unglückliches Bild ab, zweimal fiel der entscheidende Gegentreffer allerdings spät in der Nachspielzeit, wie Schmidt betonte. Der Rückstand auf die Konkurrenz hält sich für das Tabellenschlusslicht mit zehn Punkten in Grenzen, Ried (12) und Lustenau (13) sind in Schlagdistanz. "Es liegt nicht an der Organisation der Mannschaft oder der Kompaktheit, sondern an der Verunsicherung. In Wahrheit hängt alles an einem Erfolgserlebnis, an dem man sich anhalten kann", erklärte Schmidt. Am Samstag wartet das schwere Gastspiel bei Serienmeister Salzburg, ehe es zum Duell mit Austria Lustenau kommt.

Quelle: Agenturen