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Auf Waggon geklettert: 16-Jähriger in Lebensgefahr

26. Nov. 2022 · Lesedauer 2 min

Ein 16-Jähriger ist in der Nacht auf Samstag am Wiener Bahnhof Stadlau auf einen Tankwaggon geklettert und zu nahe an eine Hochspannungsleitung geraten. Der Jugendliche geriet durch den Stromschlag in akute Lebensgefahr und musste reanimiert werden.

Drei Jugendliche waren gegen 22.45 Uhr über einen Zaun auf das ÖBB-Gelände in der Donaustadt geklettert. Sie betraten den Gleisbereich, wo der 16-Jährige als erster auf den Tankwaggon stieg. Durch den Stromschlag aus der darüber liegenden Hochspannungsleitung erlitt er schwere Verletzungen. "Er hatte keine Lebenszeichen", so Polizeisprecher Philipp Haßlinger. "Die alarmierten Polizisten begaben sich in den Gleisbereich und begannen sofort mit Reanimationsmaßnahmen."

Akute Lebensgefahr

Nachdem die Beamten auch den Defibrillator mehrfach angewendet hatten, zeigte der Bursch wieder Vitalfunktionen. Die Berufsrettung Wien übernahm die notfallmedizinische Erstversorgung. Die Berufsfeuerwehr trennte einen Teil des Bahnhofszaunes auf, um den Jugendlichen mit einer Rettungswanne aus dem Gleisbereich transportieren zu können.

"Der 16-Jährige wurde unter akuter Lebensgefahr in ein Krankenhaus gebracht", sagte Haßlinger. "Seine Angehörigen werden durch ein Kriseninterventionsteam betreut." Das Verkehrsunfallkommando hat die Ermittlungen zum Unfallhergang übernommen.

Warnung vor Zug-Klettereien

ÖBB und Polizei warnten vor Klettertouren auf Zügen, die immer wieder vorkommen: Die Oberleitungen haben, auch wenn kein Zug fährt, eine Spannung von 15.000 Volt, das sind 65-mal mehr als in einer Steckdose. Man muss die Leitungen oder Teile, durch die der Strom fließt, nicht berühren, um einen höchst gefährlichen Stromschlag zu erleiden. Wenn eine gewisse Distanz unterschritten wird, droht ein Spannungsüberschlag, der sehr oft tödlich ist. Besonders jüngere Menschen würden sich häufig aus Unwissenheit und Leichtsinn - Stichwort "Mutproben" - in Lebensgefahr begeben oder riskierten schwerste Verletzungen.

Quelle: Agenturen / pea