APA - Austria Presse Agentur

Attila Hildmann: Berliner Justiz übernimmt den Fall

19. Nov 2020 · Lesedauer 2 min

Während der Corona-Krise mutierte Attila Hildmann zur Führungsfigur der Corona-Kritiker bis –Leugner. Nun übernimmt die Berliner Justiz die deutschlandweiten Anzeigen. Es geht unter anderem um Volksverhetzung, Androhung von Straftaten, Beleidigung und Bedrohung.

Wurde Attila Hildmann als Vegan-Koch im deutschsprachigen Raum bekannt, kennt man ihn mittlerweile als vermeintliche Führungsfigur der Corona-Kritiker, -Leugner und Verschwörungstheoretiker. Seit Monaten sammelt er deutschlandweit Anzeigen. Es geht unter anderem um Volksverhetzung, Androhung von Straftaten, Beleidigung und Bedrohung. Laut der "Süddeutschen Zeitung" (SZ), NDR und WDR übernimmt nun die Berliner Justiz den Fall. Aus Brandenburg, dort wohnt Hildmann, sollen mittlerweile 60 Bände Akten sowie weitere 33 Fallakten in Berlin angelangt sein, berichtet die SZ. Gesammelt sollen alle Anzeigen gegen Hildmann, die deutschlandweit eingebracht wurden.

Hausdurchsuchung

Am Dienstag wurde Hildmanns Villa in Brandenburg durchsucht und verschiedene Laptops und Handys mitgenommen. Auswerten darf die Polizei die Geräte noch nicht, laut SZ beschränkt sich ihr Mandat "allein auf die Verhinderung künftiger Straftaten" – mehr erlaubte die Brandenburger Staatsanwaltschaft nicht.

Die in Berlin hingegen will dies nun rasch ändern. Man wolle "schnellstmöglich einen Antrag auf Anschlussbeschlagnahme und Durchsuchung der Geräte an den Ermittlungsrichter oder die Ermittlungsrichterin stellen", wird die Berliner Generalstaatsanwältin, Margarete Koppers, in der SZ zitiert.

Konjunktiv

Wichtig ist Hildmann, wie er selbst öfters einräumt, sich stets juristisch unangreifbar auszudrücken. Der Konjunktiv ist sein bester Freund, droht er Politikern (u.a. mit dem Tod) – sei es auf Reden oder in seinem liebsten Messenger-Dienst – setzt er gern Sätze wie "wenn ich Reichskanzler wäre" davor. Laut der SZ will die Berliner Staatsanwaltschaft vom Gericht – möglichst obergerichtlich – klären lassen, ob dies tatsächlich ein juristischer Ausweg ist, denn auch "wenn jemand scheinbar im Konjunktiv spricht, kann das unter Umständen dieselbe aufhetzende Wirkung bei den Zuhörenden auslösen", sagt Koppers zur SZ.

Quelle: Redaktion / moe