Valipour für Maskenpflicht: "Spitäler sind seit drei Jahren dauerbelastet"

06. Okt. 2022 · Lesedauer 2 min

Lungenfacharzt und Leiter der COVID-Station in der Klinik Floridsdorf Arschang Valipour zeigt sich im PULS 24 Interview über die steigende Zahl der Corona-Infektionen besorgt.

Ob Maskenpflicht oder nicht, das sei eine politische Entscheidung, so Valipour im Gespräch mit PULS 24 Anchorwoman Bianca Ambros. Jetzt sei es wichtig, die Spitalsbettenbelegung niedrig zu halten. 

Auch im dritten Corona-Jahr würden die gleichen Maßnahmen gegen Erkrankung helfen: "Maske tragen - FFP2, ist ein guter Schutz, wenn zwei Personen in einem geschlossenen Raum konfrontiert sind, dann ist der Schutz vor einer Infektion 80 Prozent".

Spitalbelegung könnten ansteigen

Die Infektionswelle im Herbst 2022 sei noch nicht mit der Omikron-Welle Anfang des Jahres vergleichbar, meint Valipour, der selbst COVID-Patient:innen betreut. Er zeigt sich besorgt, dass die Spitalbelegung in den nächsten zwei Wochen ansteigen könnte. Auch, wenn man auf eine neue Welle besser vorbereitet sei, sollte eine Entlastung der Spitale das Ziel sein. "Wir reden hier von einem System, dass seit drei Jahren einer Dauerbelastung ausgesetzt ist", so der Arzt.

Individuellen Absprache mit Arzt oder Ärztin

Der Lungenfacharzt rät Infizierten Medikamente in Anspruch zu nehmen, vor allem, wenn sie Angehörige von Risikogruppen sind. Die Zahl der schweren Verläufe könne dadurch gesenkt werden. Für die Impfung nach einer Infektion verweist Valipour auf die Empfehlungen des nationalen Impfgremiums.

Risikogruppen wird der vierte Stich vier Monate nach dem Dritten empfohlen, für alle anderen nach drei Monaten. Der Lungenfacharzt empfiehlt eine Impfung, angepasst an die Omikron-Variante. Valipour rät nach einer durchgemachten Erkrankung zur individuellen Absprache mit Arzt oder Ärztin. Vor einer Auffrischung müsse auch die schwere des Krankheitsverlaufs beachtet werden.

Franziska SchwarzQuelle: Redaktion / frn