APA - Austria Presse Agentur

Antikörper-Studie in Ischgl: Corona-Immunität nur leicht gesunken

18. Feb 2021 · Lesedauer 2 min

Eine Antikörper-Studie in Ischgl zeigt, dass Probanden auch ein halbes Jahr später noch ausreichende Mengen Antikörper im Blut haben.

Ende April ließen sich in Ischgl knapp 1.500 Bewohnerinnen und Bewohner freiwillig auf Covid-19 und SARS-CoV-2-Antikörper testen. Damals konnten bei 42,4 Prozent der Studienteilnehmer Antikörper nachgewiesen werden. Es war die erste groß angelegte Antikörper-Studie zum Coronavirus.

Im November ließen sich erneut 900 Personen in Ischgl testen, um zu überprüfen, ob die Zahl der Antikörper abgenommen hat. 801 der Testpersonen zwischen 18 und 89 Jahren hatten bereits an der ersten Studie teilgenommen, berichtet Studienleiterin Wegene Borena vom Institut für Virologie an der Medizinischen Universität Innsbruck laut einem Bericht von "orf.at".

Bei diesen 801 Teilnehmern der Folgestudie konnte im April 2020 ein Nachweis virusspezifischer Antikörper – der Seroprävalenz – von 51,4 Prozent nachgewiesen werden, im November 2020 lag die Häufigkeit SARS-CoV-2 spezifischer Antikörper nach einer Covid-19-Infektion noch immer bei 45,4 Prozent. "Trotz leichtem Rückgang der Antikörperkonzentration im Vergleich zur ersten Studie können wir damit von einer relativ stabilen Immunität sprechen", so Dorothee von Laer, Virologin und Institutsleiterin n der MedUni Innsbruck.

Keine Herdenimmunität, aber guter Schutz

Von Herdenimmunität könne in Ischgl zwar nicht ausgegangen werden, so van Laer, doch die hohe Seroprävalenz könnte in Kombination mit begleitenden Maßnahmen, wie das Tragen von Masken und Abstand halten, eine zweite Welle im vergangenen Herbst verhindert haben. Die Neuinfektionsrate lag in Ischgl in diesem Zeitraum bei unter einem Prozent.

Zudem wurde Ischgl während der zweiten Welle im Herbst mit anderen Orten in Tirol und Österreich verglichen. Dabei habe sich gezeigt, dass Ischgl in der zweiten Welle weitestgehend verschont wurde, sagte van Laer. Dies würde auch für das Impfen bedeuten, dass eine Durchimpfungsrate von 40 bis 45 Prozent schon einen gewissen Schutz bieten könnte, gab die Medizinerin Hoffnung.

Quelle: Redaktion / hos