APA/APA/Jäger/ROBERT JAEGER

Angst der Österreicher vor Blackouts gesunken

Heute, 05:01 · Lesedauer 3 min

Die Gefahr eines Blackouts wird von der österreichischen Bevölkerung niedriger eingeschätzt als in den Vorjahren. Während im letzten Jahr die Wahrscheinlichkeit für einen großflächigen Stromausfall innerhalb der nächsten zwei Jahre auf durchschnittlich 33 Prozent eingeschätzt wurde, liegt das erwartete Risiko heuer bei 29 Prozent. Das besagt eine Umfrage der Beratungs- und Prüfungsorganisation EY Österreich. Auch die Blackout-Vorsorge ist demnach unwichtiger geworden.

Die Anzahl jener, die einen Blackout für sehr unwahrscheinlich halten, ist deutlich angestiegen: von 50 auf 56 Prozent. Parallel dazu ist die Anzahl der Menschen, die sicher von einem großflächigen Stromausfall in den nächsten zwei Jahren ausgehen, deutlich gesunken. Waren es 2024 noch acht Prozent, die meinten, ein großflächiger Stromausfall in den nächsten zwei Jahren wäre zu 76 bis 100 Prozent wahrscheinlich, so sind es dieses Jahr nur mehr halb so viele Menschen, nämlich vier Prozent.

Auch die Blackout-Vorsorge wurde der Umfrage zufolge für die Österreicherinnen und Österreicher unwichtiger. Acht von zehn Menschen im Land sorgen zwar mit einfachen Haushaltsmaßnahmen vor, aber die Mittel sind für den Ernstfall nicht ausreichend. Außerdem ist ein Fünftel der Haushalte nicht einmal rudimentär vorbereitet. Vielleicht liegt das auch daran, dass 87 Prozent der Befragten mit einer Wiederherstellung der Stromversorgung innerhalb von 24 Stunden rechnen.

Die am häufigsten getroffene Maßnahme zur Vorsorge für einen Stromausfall ist die Ersatzbeleuchtung in Form von Kerzen oder Taschenlampen. Etwa sechs von zehn Befragten (59 Prozent) haben diese zuhause. An zweiter Stelle folgt ein Vorrat an haltbaren Lebensmitteln, den die Hälfte zuhause hat. 45 Prozent der Befragten haben Bargeld gelagert, 44 Prozent Getränke und immerhin vier von zehn Haushalten wichtige Medikamente.

Ältere bereiten sich eher vor

Ein genauer Blick auf die Zahlen zeigt auch: Tendenziell sorgen Menschen mit 50 oder mehr Jahren eher vor als jüngere Menschen in Österreich. "Wo es großen Aufholbedarf gibt, das sind einfache Maßnahmen im Bereich Kommunikation. Nur 18 Prozent der Familien bzw. gemeinsam Wohnenden haben vorab abgesprochen, wie sie sich im Fall des Falles verhalten und miteinander kommunizieren könnten", sagt Christina Khinast-Sittenthaler, Leiterin des Energiesektors bei EY Österreich.

Im Bundesländervergleich liegen hinsichtlich der Vorbereitungen für einen Stromausfall Vorarlberg und das Burgenland vorne. 88 Prozent der Bevölkerung haben dort Maßnahmen getroffen, die im Ernstfall helfen sollen. Dahinter folgen Oberösterreich (85 Prozent), die Steiermark (83 Prozent) und Salzburg (82 Prozent). Auf dem letzten Platz liegt die Landeshauptstadt: In Wien haben sich nur drei Viertel der Haushalte (75 Prozent) auf einen Blackout vorbereitet.

Zusammenfassung
  • Die Österreicher schätzen das Risiko eines großflächigen Blackouts innerhalb der nächsten zwei Jahre aktuell auf 29 Prozent, nachdem es im Vorjahr noch bei 33 Prozent lag.
  • Während 56 Prozent einen Blackout für sehr unwahrscheinlich halten (2023: 50 Prozent), rechnen nur noch vier Prozent mit einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit, halb so viele wie im Vorjahr.