APA/APA/GEORG HOCHMUTH/GEORG HOCHMUTH

Andreas Holzer bleibt Direktor des Bundeskriminalamtes

01. Feb. 2026 · Lesedauer 3 min

Andreas Holzer bleibt Direktor des österreichischen Bundeskriminalamtes (BK). Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) hat seinen Vertrag um weitere fünf Jahre verlängert, wie das BK am Sonntag in einer Aussendung mitteilte. "Das Ziel dabei ist klar: Sicherheit für die Menschen in unserem Land. Der eingeschlagene Weg wird in den kommenden Jahren unter der Führung von General Andreas Holzer konsequent weiterbeschritten werden", kommentierte Karner die Verlängerung.

Holzer übernahm die Leitung des BK vor genau fünf Jahren, am 1. Februar 2021 mitten während der Corona-Pandemie. Neben der Anpassung der Arbeitsweisen wegen der Pandemie sei es auch eine "Phase zunehmender sicherheitspolitischer Herausforderungen" gewesen. Das BK führte in dem Zusammenhang die fortschreitende Digitalisierung der Kriminalität, internationale organisierte Strukturen bis hin zu gesellschaftlichen Ausnahmesituationen an. Kriminalität habe sich in wachsendem Ausmaß in den digitalen Raum verlagert, neue Betrugsformen seien sehr rasch entstanden. "Täter agierten zunehmend international, arbeitsteilig und technisch versiert", so das BK.

Hingewiesen wurde auch auf Herausforderungen bei der Sicherheitslage aufgrund weltweiter und geopolitischer Krisen wie dem Ukraine-Krieg oder wirtschaftliche Unsicherheiten. "Andreas Holzer hat das Bundeskriminalamt in den letzten fünf Jahren nicht nur umsichtig, sondern auch mit strategischem Weitblick geführt. Es wurden zahlreiche Maßnahmen zur strukturellen Weiterentwicklung eingeleitet und umgesetzt, um für die aktuellen kriminalpolizeilichen Herausforderungen gerüstet zu sein. Die Bekämpfung der Internetkriminalität stand dabei ebenso im Fokus, wie auch die Stärkung der kriminalistischen Expertise in den Regionen", sagte Karner.

Für die kommenden Jahre will Holzer das BK und auch nachfolgende Dienststellen im Hinblick auf die Ermittlungsfähigkeit besonders gegen die Cyberkriminalität und den Internetbetrug weiter stärken. Ein weiterer Schwerpunkt sind Ermittlungen im Bereich der organisierten Kriminalität mit Bezügen zum Balkan und osteuropäischen Raum sowie der Kriminalität im Internet. Das BK sei die zentrale Ermittlungs- und Koordinationsstelle der österreichischen Kriminalpolizei, hieß es.

Fortsetzung des Kurses angekündigt

"Andreas Holzer steht für eine Kriminalpolizei, die vernetzt denkt und vorausgeht. Mit seiner Weiterbestellung setzen wir bewusst auf Kontinuität. Er bringt langjährige Erfahrung in der Bekämpfung der organisierten Kriminalität mit und verbindet klassische Ermittlungsmethoden mit neuen, digitalen Ansätzen", betonte der Generaldirektor für die öffentliche Sicherheit, Franz Ruf. Holzer selbst kündigte an: "Das gesamte Team des Bundeskriminalamts wird mit mir den eingeschlagenen Kurs weiterhin konsequent, professionell und entschlossen fortsetzen".

Spekulationen um Zukunft des Bundeskriminalamtes

Der nun verlängerte BK-Direktor steht auch für eine Stärkung der eigenen operativen Tätigkeit des Bundeskriminalamts. Seine Bestellung kommt auch nach einer Phase interner Diskussionen und Spekulationen, in welche Richtung sich das BK vor dem Hintergrund des Sparzwanges in der Verwaltung weiterentwickeln soll. Ob mit der Weiterbestellung Holzers dies nun beendet ist, bleibt offen. Holzers Stellvertreter Paul Marouschek geht 2027 in Pension, was wohl einige als guten Zeitpunkt für Reformen im BK sehen könnten.

Doch im Innenministerium wurden bisher Reformabsichten bezüglich des BK zurückgewiesen. Die Stärkung der operativen Tätigkeiten des Bundeskriminalamtes erfolgte zu einem Gutteil in der bisherigen Amtszeit des jetzigen Ressortchefs Karner. Insider des Ministeriums zeigten sich daher bereits im vergangenen Spätherbst skeptisch bezüglich eines Rückbaus und glaubten nicht, dass gerade Karner der Minister sein wolle, unter dem dies stattfinden sollte.

Zusammenfassung
  • Andreas Holzer bleibt für weitere fünf Jahre Direktor des Bundeskriminalamts, nachdem Innenminister Gerhard Karner seinen Vertrag verlängert hat.
  • Für die kommenden Jahre plant Holzer, das BK und die Ermittlungsfähigkeit gegen Cyberkriminalität und Internetbetrug weiter auszubauen, während die Diskussion um mögliche Reformen im Zuge des Sparzwangs weiter anhält.