APA/dpa/Sven Hoppe

Affenpocken: Impfstoffmangel in Deutschland

21. Juli 2022 · Lesedauer 2 min

Zum Eindämmen der Affenpocken soll laut Ständiger Impfkommission (Stiko) in Deutschland zunächst die erste Dosis des momentan knappen Impfstoffes verabreicht werden.

Die für die Grundimmunisierung nötige zweite Dosis könne zu einem späteren Zeitpunkt gegeben werden, wenn genügend Impfstoff zur Verfügung steht, hieß es am Donnerstag. Bisher (Stand 21.7.) wurden in Deutschland 2.191 Affenpockenfälle aus allen 16 Bundesländern ans Robert Koch-Institut (RKI) übermittelt.

40.000 Dosen für 130.000 Impflinge

Nach Schätzungen des RKI kommen in Deutschland rund 130.000 Menschen für eine Impfung in Frage - momentan stehen im Land jedoch nur 40.000 Dosen des Impfstoffs Jynneos zur Verfügung. Der Impfstoff sei in den USA unter dem Namen Imvanex zum Schutz vor Affenpocken zugelassen. Die Lieferung von 200.000 weiteren Dosen des Impfstoffes sei für das 3. Quartal des Jahres angekündigt.

Studien zufolge verleihe bereits die erste Impfdosis einen Basisschutz gegen die Affenpocken. Die zweite Dosis, die im Abstand von mindestens 28 Tagen verabreicht werden soll, diene hauptsächlich dazu, den Impfschutz zu verlängern. Die Stiko-Empfehlung, die zweite Impfung aufzuschieben, beziehe sich sowohl auf die vorbeugende Impfung als auch für Menschen, die bereits Kontakt mit dem Erreger hatten.

Österreich bekam 2.340 Impfdosen

In Österreich wurden bisher 83 Fälle von Affenpocken gemeldet (Stand 15.07.2022). Hierzulande traf am Dienstag die erste Lieferung von 2.340 Impfdosen aus dem europäischen Kontingent ein. "Mit Hilfe dieser ersten Lieferung können wir auf Grundlage der Impfempfehlung des Nationalen Impfgremiums jene Personen schützen, die einem hohen Risiko ausgesetzt sind: Menschen, die direkten Kontakt mit einer erkrankten Person hatten sowie spezialisiertes Laborpersonal", hatte Gesundheitsminister Johannes Rauch (Grüne) erklärt.

Quelle: Agenturen / Redaktion / msp