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Adidas cancelt Deal mit Kanye West wegen Antisemitismus

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Der Sportartikelkonzern Adidas hat die Partnerschaft mit dem US-Rapper Kanye West mit "sofortiger Wirkung" beendet und stellt die Produktion von "Yeezy"-Markenprodukten ein.

Adidas gab in einem Statement bekannt, dass sie "keinen Antisemitismus und keine andere Art von Hassrede" dulden. Als Folge wird das "adidas Yeezy Geschäft mit sofortiger Wirkung" eingestellt.  Auch alle Zahlungen an Ye und seine Unternehmen werden gestoppt. 

Das Unternehmen hatte bereits Anfang Oktober erklärt: "Nach wiederholten Versuchen, die Situation außerhalb der Öffentlichkeit zu klären, haben wir entschieden, die Partnerschaft auf den Prüfstand zu stellen." Der Rapper designt für Adidas seit 2015 Schuhe und Kleidung unter der Marke "Yeezy", hatte das Unternehmen aber immer wieder öffentlich attackiert.

West behauptete Unantastbarkeit in Podcast

Zuletzt hatte West in einem Podcast, der in sozialen Medien massenhaft verbreitet und kommentiert wurde, erklärt: "Ich kann antisemitische Dinge sagen, und Adidas kann mich nicht fallenlassen. Na und?"

Der Zentralrat der Juden hatte Adidas zuletzt dazu aufgefordert sich von dem Rapper zu trennen. Zentralratspräsident Josef Schuster sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND), dass Wests "täglich neuen antisemitischen Entgleisungen (...) für die Jüdinnen und Juden in Deutschland und in aller Welt unerträglich" seien.

Neo-Nazis auf der Seite von West

Amerikanische Bürger der Neo-Nazi-Szene scheinen sich von Kanyes Botschaft angesprochen zu fühlen. Am Wochenende haben mehrere Personen mit einem Banner in Los Angeles protestiert. Auf dem Protestbanner stand: "Kanye hat reden mit den Juden".

Künstleragentur schmeißt West raus

Mehreren Medienberichten zufolge hat ihn außerdem seine Künstleragentur Creative Artists Agency (CAA) vor die Tür gesetzt. Die Agentur vertritt unter anderem Stars Tom Hanks, Steven Spielberg oder Zendaya, aber auch Sportler wie Heung-Min Son oder Seth Curry 

Auch ein Dokumentarfilm vom Film- und Fernsehstudio MRC über den Rapper wird nicht weiterverfolgt. Das Unternehmen gab in einem Statement auf ihrer Website an: "Kanye ist ein Produzent und Sampler von Musik. Letzte Woche hat er einen Klassiker gesampelt und neu abgemischt, der seit über 3000 Jahren in den Charts ist – die Lüge, dass Juden böse sind und sich verschwören, um die Welt zu ihrem eigenen Vorteil zu kontrollieren"

Kim Kardashian distanziert sich von West

Kim Kardashian distanzierte sich schon vor einer Weile von ihrem Ex-Mann. In einem Post auf Twitter stellt sie nochmal klar "Hassrede ist niemals in Ordnung oder entschuldbar". 

ribbon Zusammenfassung
  • Der Sportartikelkonzern Adidas hat die Zusammenarbeit mit dem US-Rapper Kanye West mit "sofortiger Wirkung" beendet und stellt die Produktion von "Yeezy"-Markenprodukten ein.
  • Der Rapper designt für Adidas seit 2015 Schuhe und Kleidung unter der Marke "Yeezy", hatte das Unternehmen aber immer wieder öffentlich attackiert.
  • Zudem hat seine Künstleragentur Creative Artists Agency (CAA) die Zusammenarbeit beendet und ein Dokumentarfilm über den Rapper wird auf Eis gelegt.

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