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Abtreibungen in Vorarlberg: Schöbi-Fink relativiert

06. Juli 2022 · Lesedauer 2 min

Vorarlbergs Landesstatthalterin (Landeshauptmann-Stellvertreterin) Barbara Schöbi-Fink (ÖVP) versucht ihre Aussagen zu Möglichkeiten für Schwangerschaftsabbrüchen im Ländle zu korrigieren. "Das Leben von Frauen, die sich in dieser herausfordernden Situation befinden", sei ihr wichtig.

In den vergangenen Tagen sorgte ein Interview in der Online-Sendung "Vorarlberg Live" der Landeshauptmann-Stellvertreterin Barbara Schöbi-Fink für Aufsehen gesorgt. In Vorarlberg gibt es abseits einer privaten Praxis keine Möglichkeit Schwangerschaftsabbrüche durchführen zu lassen. In anderen Bundesländern gibt es diese Möglichkeit in den Landeskrankenhäusern.

Angesprochen auf die baldige Pension des betroffenen Arztes, sowie die Gefahr, dass Frauen in andere Bundesländer oder gar ins Ausland ausweichen müssten, sollte sich kein:e Nachfolger:in finden und die aktuellen Regeln nicht geändert werden, meinte die Politikerin: "Wir wollen es nach wie vor nicht, weil Krankenhäuser zunächst einmal dazu da sind, Leben zu retten und Gesundheit zu fördern".

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Aussage "war missverständlich" 

In einem schriftlichen Statement an PULS 24 versucht die ÖVP-Landespolitikerin nun ihre Aussage zu relativieren: "Meine Aussage, dass Krankenhäuser zum Retten von Leben da sind und ich Schwangerschaftsabbrüche deshalb nicht in den Vorarlberger Landeskrankenhäusern sehe, sondern im niedergelassenen Bereich, war missverständlich. Diese Aussage hat den Eindruck erweckt, als ob mir das Leben von Frauen, die sich in dieser herausfordernden Situation befinden, nicht wichtig ist. Diesen Eindruck wollte ich nicht vermitteln und deshalb würde ich diese Aussage heute nicht mehr so treffen. Gleichzeitig ist es mir wichtig zu betonen, dass das Angebot für Schwangerschaftsabbrüche derzeit – durch die Privatklinik des Dr. Hostenkamp – gegeben ist."

Keine Pflicht für Krankenhäuser 

Weiters betont Schöbi-Fink, dass es "auf jeden Fall wünschenswert" wäre, dass es "in Vorarlberg auch weiterhin ein Angebot im niedergelassen Bereich gibt". Allerdings bleibt die Politikerin bei ihrer Haltung, das "Schwangerschaftsabbrüche für Mitarbeitende und alle Beteiligten emotional schwierige Eingriffe" seien. Deswegen wolle sie die Mitarbeiter:innen der Landeskrankenhäuser nicht dazu verpflichten, "Abtreibungen vornehmen zu müssen" - außer es handelt sich dabei um Schwangerschaftsabbrüche "nach medizinischer Indikation. 

Jan ForoboskoQuelle: Redaktion / foj