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Abtreibung: Vorarlbergs Krankenhäuser "zum Leben retten da"

05. Juli 2022 · Lesedauer 2 min

In Vorarlberg kann man aktuell nur in einer privaten Praxis Schwangerschaftsabbrüche durchführen. Dieser Arzt möchte nun allerdings in Pension gehen - was danach geschieht ist ungewiss. Die Landesstatthalterin Barbara Schöbi-Fink (ÖVP) will weiterhin nicht, dass diese Aufgabe von den Landeskrankenhäusern übernommen wird.

Am Montag war die Landesstatthalterin (Die Vorarlberger Bezeichnung für Landeshauptmann-Stellvertreterin) Barbara Schöbi-Fink (ÖVP) im Interview mit der von Russmedia produzierten Online-Sendung "Vorarlberg LIVE". Neben rein lokalpolitischen Themen wurde die aktuelle Vertretung des wegen Krankheit aussetzenden Landeshauptmanns Markus Wallner (ÖVP) auch zur aktuellen Debatte über Abtreibungsrechte befragt.

Vorarlberg ist neben Tirol und dem Burgenland das einzige Bundesland, in welchem man in keinem Krankenhaus einen Schwangerschaftsabbruch durchführen kann. Dies ist im Ländle nur in einer privaten Praxis möglich. Doch der betreffende Arzt hat angekündigt, in den nächsten Jahren in Pension gehen zu wollen. Sollte sich kein Nachfolger oder keine Nachfolgerin finden, müssten Frauen in Vorarlberg in andere Bundesländer oder ins Ausland ausweichen.

Ausweichende Antwort 

Schöbi-Fink hält es in dieser Situation zwar für wichtig, dass Frauen "nicht außerhalb von Vorarlberg ein Angebot annehmen müssen, sondern dass sie in Vorarlberg bleiben können". Die Landesstatthalterin betont allerdings, dass ihr "erstes Ziel" sei, dies weiterhin nur im "extramuralen Bereich" (also außerhalb der Landeskrankenhäuser) möglich sein solle. Laut der Politikerin sei auch noch nicht gesagt, dass sich kein:e Nachfolger:in für die Praxis finden werde.

Krankenhäuser sollen "Leben retten"

Als Begründung für die Unlust, etwas an den aktuellen Bestimmungen ändern zu wollen, argumentiert Schöbi-Fink, dass "die Debatte" darüber "vor einigen Jahren" gezeigt habe, dass das Krankenhauspersonal "froh war, wenn wir Ihnen dieses Angebot nicht übertragen". Und weiters: "Wir wollen es nach wie vor nicht, weil Krankenhäuser zunächst einmal dazu da sind, Leben zu retten und Gesundheit zu fördern".

Jan ForoboskoQuelle: Redaktion / foj