Symbol FestnahmeAPA/APA (dpa)/Armin Weigel

Über Jahrzehnte hinweg

89 Jugendliche missbraucht: 79-Jähriger in U-Haft

10. Feb. 2026 · Lesedauer 3 min

Ein 79 Jahre alter Mann soll über Jahrzehnte hinweg insgesamt 89 Jugendliche, darunter Minderjährige in Deutschland, missbraucht und überdies seine Mutter und eine Tante getötet haben.

Die Jugendlichen habe er in mehreren Ländern missbraucht, darunter Deutschland und die Schweiz, aber auch die Philippinen und Indien, teilte die Staatsanwaltschaft von Grenoble am Dienstag mit. Der Mann sei bereits seit 2024 in Untersuchungshaft.

Opfer zwischen 13 und 17 Jahre alt

Die Zahl der Missbrauchsopfer ergebe sich aus einer Liste, die die Ermittler auf einem USB-Stick bei ihm fanden. Demnach waren die Jugendlichen zwischen 13 und 17 Jahre alt. Die Taten seien zwischen 1967 und 2022 geschehen. Während der Ermittlungen habe der Mann zudem gestanden, seine krebskranke Mutter im Endstadium der Krankheit sowie eine 92-jährige Tante getötet zu haben. Beide Frauen habe er mit Hilfe eines Kissens erstickt.

Die Staatsanwaltschaft veröffentlichte auch den Namen des Mannes. Bei dem Verdächtigen handelt es sich um den aus dem ostfranzösischen Annecy stammenden Jacques Leveugle. "Es geht darum, dass mögliche weitere Opfer sich melden können", sagte Manteaux. Auf die Frage, warum der Fall nicht früher bekannt wurde, erklärte er, dass es sich um einen "ungewöhnlichen" Fall handle. Die Staatsanwaltschaft habe sich zunächst von den Fakten überzeugen und die Opfer identifizieren wollen. Dies sei jedoch nicht in allen Fällen gelungen.

Die Zahl der Missbrauchsopfer ergebe sich aus seinen Aufzeichnungen, die die Ermittler auf einem USB-Stick bei Leveugle fanden. Demnach waren die Jugendlichen zwischen 13 und 17 Jahre alt. Die Taten seien zwischen 1967 und 2022 geschehen, außer in Deutschland auch in der Schweiz, auf den Philippinen, in Indien, Marokko, Kolumbien, Frankreich und dem französischen Überseegebiet Neukaledonien.

15 Bände sichergestellt

"Er hat in verschiedenen Ländern gelebt und als Nachhilfelehrer oder Lehrer gearbeitet, um junge Menschen zu treffen und sexuelle Beziehungen zu haben", sagte der Staatsanwalt über den Beschuldigten. Leveugle habe auch Reisen von Jugendlichen betreut.

Die Aufzeichnungen habe sein Neffe gefunden, der wegen des Sexuallebens seines Onkels beunruhigt gewesen sei, sagte der Staatsanwalt. Er habe sie der Polizei übergeben. Sie umfassten ausgedruckt "15 Bände". Die Staatsanwaltschaft rief mögliche weitere Missbrauchsopfer des Mannes dazu auf, sich zu melden.

In seinen Aufzeichnungen hatte Leveugle laut Staatsanwaltschaft auch beschrieben, wie er seine krebskranke Mutter im Endstadium der Krankheit in den 70er-Jahren mit einem Polster erstickt habe. Mit derselben Methode habe er in den 90er-Jahren eine 92 Jahre alte Tante getötet. Er habe sein Handeln gerechtfertigt, dass beide Opfer am Ende ihres Lebens gewesen seien, und dass er sich für sich dasselbe wünsche, wenn er sich in einer ähnlichen Situation befände.

contact Hilfe bei sexueller Gewalt

Sind Sie Opfer von sexueller Gewalt oder kennen Sie jemanden, der es ist? Hier gibt es Hilfe:

  • Frauenhelpline gegen Gewalt: 0800 222 555
  • Notrufnummer für Gehörlose und Hörbehinderte: 0800 133 133
  • Rat auf Draht - Beratung für Kinder und Jugendliche: 147 sowie Online-Beratung
  • Kindernotruf: 0800 567 567
  • Online-Beratungsstelle für Frauen und Mädchen bei sexueller und anderer Gewalt: HelpCh@t 
  • Frauen- und Mädchen-Beratungsstellen in den Bundesländern: Beratung und Unterstützung bei sexualisierter Gewalt
  • Kinder und Jugendanwaltschaften in Österreich: www.kija.at
Zusammenfassung
  • Ein 79-jähriger Mann aus Frankreich sitzt seit 2024 in Untersuchungshaft, weil er laut Ermittlungen über Jahrzehnte hinweg insgesamt 89 Jugendliche im Alter von 13 bis 17 Jahren in mindestens acht Ländern sexuell missbraucht haben soll.
  • Die Taten ereigneten sich zwischen 1967 und 2022 und wurden durch Aufzeichnungen auf einem USB-Stick dokumentiert, die sein Neffe entdeckte und die ausgedruckt insgesamt 15 Bände umfassen.
  • Der Verdächtige gestand zudem, seine krebskranke Mutter und eine 92-jährige Tante mit einem Kissen erstickt zu haben, und rechtfertigte dies damit, dass beide am Lebensende standen.