6.239 Tiere bei Inventur im Zoo Schönbrunn gezählt
Gezählt werden die Tiere nicht mit dem Klemmbrett. Vielmehr werden in den einzelnen Revieren das ganze Jahr über detaillierte Listen zum Tierbestand geführt. Für die Inventur werden diese Daten in einer speziellen Tierbestandsliste, dem sogenannten Institutional Collection Plan (ICP), zusammengetragen und ausgewertet. "Der ICP ist ein wichtiges Werkzeug jedes wissenschaftlich geführten Zoos. Jede Tierart erfüllt bestimmte Kriterien: Sie kann stark gefährdet sein, einen hohen edukativen Wert haben, mit Artenschutz- oder Forschungsprojekten verknüpft sein oder als Flaggschiffart einen ganzen Lebensraum repräsentieren. Der ICP hilft uns, unseren Tierbestand langfristig zu entwickeln", erläuterte Tiergartendirektor Stephan Hering-Hagenbeck. Im ICP ist außerdem festgehalten, ob es für die Tierart ein Erhaltungszuchtprogramm gibt und welchen Gefährdungsstatus sie laut der Roten Liste der Weltnaturschutzunion IUCN und laut der Roten Liste Österreich aufweist.
Laut der aktuellen Inventur leben im Zoo mehrere Neuzugänge, etwa die von der Ausrottung bedrohten Onager, das Große Panda-Paar und die bedrohten Goldtakine. Neu hinzugekommen sind außerdem stark gefährdete Psychedelische Felsengeckos, die - wie manche andere Arten - für die wichtige Erhaltungszucht ausschließlich hinter den Kulissen gehalten werden. "Unser Tierbestand ändert sich immer wieder, etwa, wenn Anlagen umgebaut oder neu konzipiert werden. Dabei kommen neue Arten dazu, andere werden abgegeben", erläuterte Rupert Kainradl, zoologischer Abteilungsleiter. Mit dem im Vorjahr eröffneten Artenschutzhaus wurden zahlreiche beschlagnahmte Arten erstmals vor den Vorhang geholt, die bis dahin hinter den Kulissen gehalten wurden. Hier machen besondere Zuchterfolge die Bemühungen des Tiergartens in der Erhaltungszucht sichtbar: Bei den Vosseler-Zweihornchamäleons, den Nguru-Zwergchamäleons und weiteren Chamäleonarten wurde mittlerweile die sogenannte F2-Generation erreicht. Das bedeutet, dass die erste Generation an Chamäleons, die im Tiergarten geschlüpft ist, selbst erfolgreich für Nachwuchs gesorgt hat - ein wichtiger Schritt für den langfristigen Erhalt dieser Arten, betonte der Tiergarten.
Zusammenfassung
- Im Tiergarten Schönbrunn wurden bei der jährlichen Inventur 6.239 Tiere aus 502 Arten und Haustierrassen gezählt.
- Die größte Tiergruppe stellen Fische mit 2.842 Individuen dar, gefolgt von 801 Reptilien, 687 Wirbellosen, 677 Vögeln, 621 Säugetieren und 611 Amphibien.
- Mehrere bedrohte oder stark gefährdete Arten wie Onager, Große Pandas, Goldtakine und Psychedelische Felsengeckos leben aktuell neu im Zoo, wobei erfolgreiche Erhaltungszuchtprogramme und das neue Artenschutzhaus eine wichtige Rolle spielen.
