140 Festnahmen bei Mafia-Razzien in Italien

13. Dez. 2022 · Lesedauer 2 min

Bei einer landesweiten Razzia gegen das organisierte Verbrechen hat die Polizei am Dienstag rund 140 mutmaßliche Mafiosi festgenommen. Die Handschellen klickten für 65 Verdächtige im süditalienischen Kalabrien und 13 in der lombardischen Stadt Brescia, wie die Behörden mitteilten. Sie sollen der kalabrischen Mafia 'Ndrangheta angehören. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen Mafia-Vereinigung, Drogenhandel, Geldwäsche und Erpressung vor.

An der Razzia beteiligten sich 1.000 Carabinieri in 16 italienischen Provinzen. Die Ermittlungen betrafen vor allem den einflussreichen 'Ndrangheta-Clan "Bellocco" aus Rosarno, unweit der Hafenstadt Gioia Tauro. Der Clan kontrolliert dort den Drogen- und Waffenhandel. Laut den Ermittlungen hat der Clan Bellocco eine Allianz mit der Familie Spada abgeschlossen, die die kriminellen Geschäfte in Teilen Roms kontrolliert.

Bei einer anderen Operation gegen das organisierte Verbrechen auf der Insel Sizilien nahm die Polizei rund 60 Menschen fest. 48 davon kamen ins Gefängnis. Die Verdächtigen müssen sich wegen Drogenhandels zwischen Kalabrien und Sizilien verantworten. Sie operierten den Angaben zufolge vor allem von Messina aus, wo Fähren aus der kalabrischen Metropolregion Reggio Calabria ankommen.

Die 'Ndrangheta gilt als eine der gefährlichsten, reichsten und mächtigsten Mafiavereinigungen Italiens. Sie soll einen Großteil des weltweiten Kokainhandels kontrollieren. In den vergangenen drei Jahrzehnten breitete sich die Organisation immer weiter in den Norden Italiens aus, wo sie unter anderem regulär angemeldete Unternehmen zur Geldwäsche nutzt. Die Cosa Nostra ist vor allem auf Sizilien etabliert.

Quelle: Agenturen