Nowotny: Österreich verschläft "dritten Stich"

21. Okt 2021 · Lesedauer 2 min

Norbert Nowotny rechnet damit, dass noch diese Woche mehrere Bundesländer auf der Corona-Ampel rot leuchten werden. Schon wieder verschlafe man bei der Impfung, diesmal beim dritten Stich, kritisiert der Virologe.

"Bei jedem sollten die Alarmglocken schrillen", warnt Virologe Norbert Nowotny im PULS 24 Interview. Nach einer Verschnaufpause in den vergangenen Wochen kletterten die Neuinfektionen am Donnerstag auf 3.648 Fälle - nach einem ähnlich hohen Wert am Mittwoch.

Das sei ein "Quantensprung", so der Virologe, ein Teil davon werde in Spitälern und Intensivstationen landen. Das Covid-Prognose-Konsortium warnte schon am Mittwoch vor einer möglichen Intensivüberlastung ab Anfang November. 

Nowotny zeigt sich erfreut über die 3G-Regel, die ab November am Arbeitsplatz in Kraft tritt und die Zahlen drücken könnte. Er spricht sich auch für regionale Ausfahrtstests in Regionen mit hoher Inzidenz aus, wie sie eventuell noch diese Woche für den Bezirk Melk verhängt wird.

Corona-Ampel: Drei Bundesländer rot? 

Die Neuinfektionszahlen in den Bundesländern Salzburg und Oberösterreich seien besonders hoch. Dort und in Teilen von Niederösterreich gebe es kaum Bezirke mit niedriger Inzidenz. Nowotny rechnet damit, dass dort die Corona-Ampel am Donnerstag auf Rot gestellt wird. 

Österreich sei "ein Wahnsinn" bei der Durchimpfungsrate. "Nach uns kommen nur mehr die osteuropäischen Länder". Bei Atemwegsinfekten, wie Corona einer ist, gebe es keine 100-prozentige-Sicherheit nach einer Impfung. Deshalb komme es auch zu Impfdurchbrüchen.

"Österreich verschläft dritten Stich"

Um die Immunisierung zu erhöhen, sei die dritte Teilimpfung nötig. Die Dänen verständigen laut Nowotny nach 6,5 Monaten alle Geimpfen, dass sie sich einen dritten Stich abholen sollen.

In Österreich sei die Zeitspanne zwischen zweiter und dritter Impfdosis länger, für Biontech/Pfizer oder Moderna beträgt sie in Österreich neun bis zwölf Monate. "Das halte ich für zu viel", kritisiert der Virologe. Vor allem "mittelalterliche oder ältere Menschen" sollten auf jeden Fall nach sechs Monaten auffrischen. Aber man verschlafe sogar das. 

Marianne LamplQuelle: Redaktion / lam