Czypionka zu Corona-Maßnahmen: "Verstehe Warten der Politik nicht"

13. Okt. 2022 · Lesedauer 2 min

Der Mediziner und Gesundheitsökonom Thomas Czypionka vom Institut für Höhere Studien (IHS) spricht sich im PULS 24 Interview für Rücksicht fürs Gesundheitspersonal aus und fordert eine Maskenpflicht. Der Gesundheitsminister will aber weiter beobachten.

"Wir hätten uns das jetzige Chaos ersparen können", ist sich Thomas Czypionka im PULS 24 Interview sicher. Denn in den Spitälern, Kindergärten und Schulen gebe es Personalengpässe und viele Krankheitsfälle. Mit einer Maskenpflicht, wie in Wien, wäre das zu verhindern gewesen.

Wiens Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) hat daher am Donnerstag eine bundesweite Maskenpflicht sowie mehr Corona-Tests gefordert. Gesundheitsminister Johannes Rauch (Grüne) hingegen will weiter zuwarten: Wie schon am Mittwoch gegenüber PULS 24, wiederholte der Minister am Donnerstag gegenüber der "Kleinen Zeitung", dass er die Lage weiter beobachten wolle. 

"Die Situation verändert sich fortlaufend. Wir werden oft ausgelacht, wenn wir sagen, wir beobachten die Lage. Das kann ich nicht nachvollziehen", so Rauch. Saisonal gehäufte Krankenstände seien "immer schon die Normalität" und Wien sei bei der Inzidenz laut dem Minister "mal vorne" gewesen - "mal die anderen Bundesländer". "Mit Verordnungen und Zwangsmaßnahmen sind wir bis zu einem gewissen Grad an eine Grenze gelangt", so Rauch. 

Jeden Winter koste Corona viel Geld und bringe viel Leid, sagt hingegen der Gesundheitsökonom. "Ich verstehe das Warten der Politik nicht". Denn eine einfach Maßnahme wie eine Maskenpflicht, die "den einzelnen wenig einschränken", würde im Moment noch ausreichen. 

Ludwig will Wiener Corona-Regeln überall

Politik traut sich zu wenig

Sieben Prozent des Spitalspersonals sei ausgefallen, sagt er, das sei "nicht die Normalität". Man "könnte ein bisschen Rücksicht nehmen auf die, die diese Last tragen", kritisiert der Mediziner. Er kritisiert die Oppositionshaltung gegen Maßnahmen in der Bevölkerung und die Politik, die sich "zu wenig" traue. 

Auch bei den Schulen könne man mit Lüftungen viel erreichen - auch da "hätte man sehr viel machen können", so der Experte. Er fordert: "Besser spät als nie". 

Quelle: Redaktion / koa