APA - Austria Presse Agentur

Tausende Inder bekamen bei Massen-Impfungen Salzlösung

06. Juli 2021 · Lesedauer 2 min

In Indien flog ein groß angelegter Impfschwindel auf. Bei Massenimpfungen soll statt Impfstoffs Salzlösung verabreicht worden sein. Die Behörden nahmen bereits 14 Personen fest, weitere könnten folgen.

Bei Massenimpfungen sollen laut Behördenangaben mindestens 2.000 Personen in Mumbai und zumindest weitere 500 in der Region Bengalen im Nordosten des Landes getäuscht worden sein. Das Shivam Privatspital in Mumbai wurde vorerst geschlossen.

Impfstoff-Gefäße wiederbefüllt

14 Personen, darunter mehrere Ärzte und die Besitzer des Spitals, Doktor Shivraj Pataria und seine Ehefrau Neeta, wurden festgenommen. Die Ermittlungen gehen weiter, wie mehrere US-Medien, darunter "cbsnews", berichten. Die Verantwortlichen sollen mindestens 12 Massen-Impfveranstaltungen im Mai und Juni organisiert haben. Den Verdächtigen wird vorgeworfen, leere Impfstoffbehälter mit Salzwasser gefüllt und diese verabreicht zu haben. 

Der Betrug flog auf, als erste "Geimpfte" bemerkten, dass ihre Zertifikate nicht auf dem staatlichen Gesundheitsportal CoWin erschienen. Unter den Betroffenen klagte auch niemand über Impf-Nebenwirkungen. 

Das Privatspital war zwar berechtigt, gegen Corona zu Impfen, hatte jedoch keine Genehmigung, Massen-Immunisierungen zu veranstalten. "Viele der Verdächtigen haben gestanden, Salzwasser benutzt zu haben", zitiert "cbs" Vishwas Nangre Patil, den Polizei-Comissioner von Mumbai. Weitere Festnahmen könnten folgen. 

Warnung vor neuer Welle

Bisher wurden mindestens 350 Millionen Inder mit zumindest einer Dosis gegen Covid-19 geimpft. Bei einer verheerenden Corona-Welle im April und Mai wurden zu Spitzenzeiten täglich über 400.000 Neuinfektionen und 4.000 Todesfälle gemeldet. Inzwischen sanken die Neuansteckungen auf 40.000 täglich mit rund 900 Toten. Experten warnen bereits vor einer neuen Welle im 1,34-Milliarden-Staat, weil bereits wieder Maßnahmen gelockert wurden. 

Quelle: Redaktion / lam