Statistiker Neuwirth: "Messfehler" bei Burgenlands Corona-Zahlen

14. Apr 2021 · Lesedauer 2 min

Kanzler Kurz versprach den ersten Stich für alle Impfwilligen bis Mitte Juni, Hans Peter Doskozil verlängert den Lockdown im Burgenland aufgrund guter Zahlen nicht. Aber halten diese Aussagen auch im Abgleich mit den Zahlen? Statistiker Erich Neuwirth relativiert.

"Die letzten drei Tage sind die Werte leider schon wieder stabil geblieben. In manchen Bundesländern gibt's sogar einen leichten Aufwärtstrend", zeigt sich der Statistiker Erich Neuwirth über die Zahlen auf den Intensivstationen besorgt. Mit Stand vom Mittwoch müssen 586 Personen in Österreich intensivmedizinisch versorgt werden. "Jetzt von einer Erleichterung zu reden ist nicht sehr zielführend." Die Inzidenzen würden noch keinen Hinweis darauf geben, dass die Werte sinken. 

Burgenlands Jubelergebnis mit "ziemlichen Messfehlern"

Neuwirth stellt "einen ziemlichen Ausreißer" in den Vordergrund. Im Burgenland seien die Zahlen innerhalb eines Tages "ziemlich hinuntergegangen". Darauf würde der Statistiker aber nicht setzen.  Die Zahl im Burgenland hält er für "mit ziemlichen Messfehlern behaftet". 

Das ist deshalb wichtig, weil Burgenlands Landeshauptmann Hans Peter Doskozil genau damit begründet, warum der Lockdown - im Gegensatz zu Wien und Niederösterreich - nicht weitergeführt wird. Neuwirth meint, es werde sich erst in ein bis zwei Tagen weisen, ob diese Zahlen halten. 

Impfungen: Wien und NÖ als "bissl Nachzügler"

Betreffend der Impfungen zieht Neuwirth ein durchaus positives Zwischen-Resümee. Die Gruppe der über 85-Jährigen sei schon zu zwei Dritteln geimpft. Auch die Durchimpfungsrate in der Altersgruppe 75-84 sei schon relativ hoch. In Tirol seien die Werte natürlich besonders hoch, weil dort im Bezirk Schwaz mit extra Impfstoffen durchgeimpft wird. Wien und Niederösterreich seien "a bissl Nachzügler". Wien impfe nicht nur Wiener, das senke natürlich die Impfquote. 

Kurz-Versprechen "wird wohl sehr knapp werden"

Bundeskanzler Sebastian Kurz hatte auch am heutigen Mittwoch wieder auf sein Versprechen hingewiesen, bis Mitte Juli alle Impfwilligen zumindest mit dem "ersten Stich" zu versorgen. "Es wird wohl sehr knapp werden", kommentiert er die Pläne des Kanzlers. Man müsse mehr Impfungen schaffen als bisher, wenn das umgesetzt werden solle. Genau das könnte aber eintreten, wenn im zweiten Quartal Biontech/Pfizer wie am heutigen Mittwoch angekündigt eine Million Impfdosen nach Österreich liefert. 

Marianne LamplQuelle: Redaktion / lam