Wien und NÖ verlängern Lockdown bis 2. Mai, Burgenland wartet ab

13. Apr 2021 · Lesedauer 3 min

Wien verlängert den Lockdown bis 2. Mai, die Schulen sollen bis zum 25. April im Distance-Learning bleiben. Kurz danach zog Niederösterreich nach, das Burgenland will noch abwarten.

Wien wird den Lockdown nicht am kommenden Sonntag beenden, sondern ihn bis 2. Mai verlängern. Handel und Dienstleister werden so lange geschlossen bleiben. Die Schulen werden hingegen früher wieder öffnen, sie bleiben bis 25. April im Distance Learning. Das hat Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) am Montagnachmittag mitgeteilt.

Niederösterreich zieht mit

Kurz nachdem Wien seine Maßnahmen fixiert hatte, zog Niederösterreich nach und glich seine Lockdown-Regelung an die Hauptstadt an. "Die Lage ist in Teilen der Ostregion nach wie vor kritisch", teilten Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, LHStv. Stephan Pernkopf (beide ÖVP) und Landesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ) zur Lage auf den Intensivstationen am Montagabend mit. "Bis auf Weiteres schließt sich Niederösterreich daher Wien bei der Verlängerung der Schutzmaßnahmen an." 

NÖ will Vorgaben für Öffnungsschritte im Mai

"Laut den Prognosen der Experten könnte ab kommender Woche eine Entspannung auf den Intensivstationen in Niederösterreich möglich werden. Noch warnen die Gesundheitsexperten aber vor Alleingängen in der Ostregion", hieß es in einer Stellungnahme der niederösterreichischen Spitzenpolitik. "Gleichzeitig erwarten wir uns vom Bund rasch einen klaren Pfad für darüber hinausgehende Öffnungsschritte im Mai in der Gastronomie, in der Kultur und im Sport", teilten die beiden ÖVP-Politiker und die SPÖ-Gesundheitslandesrätin mit.

Kritik kam von FPÖ und NEOS in Niederösterreich. FPÖ Landespartei- und Klubobmann Udo Landbauer bezeichnete die Lockdown-Verlängerung "grotesk". Die niederösterreichische ÖVP würde "planlos herumvegetieren", kritisierte er. NEOS-Landessprecherin Indra Collini sprach sich für regionale Maßnahmen aus. Die Situation in Niederösterreich sei aufgrund von unterschiedlichen Inzidenzen und Belegungszahlen "nicht mit der ernsten Situation in Wien zu vergleichen".

Burgenland wartet ab

Das Burgenland will noch abwarten und die weitere Entwicklung der Corona-Zahlen beobachten. Dort gilt der Lockdown (noch) bis 18. April. Die Situation auf den Intensivstationen sei weiterhin angespannt, gleichzeitig sei aber eine stark sinkende Sieben-Tage-Inzidenz zu verzeichnen. Entschieden werden soll am Mittwoch, hieß es aus dem Büro von Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) am Montagabend.

Man habe ein großes Verständnis dafür, dass sich Wien angesichts neuer Höchststände bei den Intensivpatienten schon jetzt für eine Verlängerung des Lockdowns entschieden habe. Aus burgenländischer Sicht sei aber eine sinkende Inzidenz zu verzeichnen: "Wir liegen deutlich unter 200. Es gibt derzeit nur drei Bundesländer mit niedrigerer Inzidenz."


 

Situation in Wiens Intensivstationen angespannt

Ludwig hatte am Montag zu einer Videokonferenz geladen, an der neben Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) und Vizebürgermeister Christoph Wiederkehr (NEOS) auch Medizinerinnen und Mediziner teilgenommen haben. Besprochen wurde dabei vor allem die Lage in den Spitälern. In Wien sind vor allem die Zahlen bei den Intensivpatienten zuletzt wieder auf einen neuen Höchststand geklettert, aktuell sind es fast 250 Betroffene. An den Beratungen haben auch Intensivmediziner teilgenommen.

Ludwig betonte, die schweren Auswirkungen, die durch die britische Corona-Mutation entstehen: "Es kann jeden treffen". Daher wolle man mit den "weitreichenden Maßnahmen die Bevölkerung vor einer Ansteckung schützen", sagte Ludwig. Es sei zwar eine "unpopuläre Entscheidung", jedoch wolle er mit dieser Planungssicherheit für die Bevölkerung schaffen. 

Quelle: Agenturen / Redaktion / moe