Willeit: "Durchseuchung ist nicht wünschenswert"

07. Jan 2022 · Lesedauer 2 min

Epidemiologe Peter Willeit spricht im PULS 24 Interview über die neuen Corona-Maßnahmen. Er spricht sich dafür aus, dass auch dreifach Geimpfte als Kontaktpersonen gelten und warnt vor der Durchseuchung.

Nach Beratungen mit der "gesamtstaatlichen Covid-Krisenkoordination" (GECKO) hat die Regierung am Donnerstag weitere Corona-Maßnahmen bekanntgegeben. Angesichts der neuen Variante Omikron setzt man nur mehr beding darauf, die Infektionszahlen zu drücken. Dafür sollen etwa eine FFP2-Maskenpflicht im Freien oder die 2G-Kontrollpflicht im Handel sorgen.

Vor allem scheint es aber darum zu gehen, die kritische Infrastruktur vor Personalmangel zu bewahren. Daher wurden die Quarantäne-Bestimmungen gelockert: Ab dem 8. Jänner gibt es keine Unterscheidung zwischen Kontaktpersonen der Kategorie 1 und 2 mehr, sondern nur noch den Begriff "Kontaktperson". Dreifach Immunisierte gelten künftig auch bei Kontakt mit einem Infizierten nicht mehr als Kontaktpersonen.

Mehr dazu:

Epidemiologe Peter Willeit begrüßt die Ausweitung der Maskenpflicht. Das mache Sinn, wenn die Masken auch richtig getragen werden. Grundsätzlich rechnet der Epidemiologe mit einem "steilen Anstieg der Infektionszahlen" - deshalb sollte auch die Impfung weiter forciert werden. Sie biete auch bei Omikron einen Schutz vor schweren Verläufen. 

Weil die Impfung aber eine Infektion nicht ausschließt, sollten laut dem Epidemiologen auch Geboosterte noch als Kontaktpersonen zählen. Daten aus Dänemark würden zeigen, dass dreifach Geimpfte zu 15 Prozent angesteckt werden, wenn es Corona-Fälle in ihrem Haushalt gibt. Willeit vermutet aber, dass die Regierung einen Kompromiss eingegangen sei - man komme sonst mit dem Contact Tracing nicht hinterher und konzentriere sich auf die "Kernaspekte". 

Durchseuchung nicht wünschenswert

Eine Durchseuchung, wie am Freitag von Chief Medical Officer Katharina Reich angekündigt, sei nicht wünschenswert, so Willeit. Er verweist darauf, dass Corona bei einigen eine chronische Krankheit sei, die nicht nach wenigen Wochen vorbei sei. Die Immunisierung sollte durch die Impfung nicht durch Kontakt mit dem Virus erreicht werden.

Konstantin AuerQuelle: Redaktion / koa