Hasibeder kritisiert Politiker: "Wo die freien Betten stehen, ist mir nicht ersichtlich"

02. Feb. 2022 · Lesedauer 2 min

Walter Hasibeder, ÖGARI-Präsident und Intensivleiter in Zams, kritisiert die frühen Masken-Lockerungen in Schulen und 3G in Gastronomie und Tourismus. Von freien Intensivbetten wisse er nichts, mit Lockerungen hätte man warten sollen, bis die Omikron-Zahlen zurückgehen.

Intensivbetten werden "kaum kalt". Wenn Politiker von freien Betten sprechen, zeige das ihr Unverständnis für medizinische Themen, kritisiert der Präsident der Gesellschaft für Anästhesiologie, Reanimation und Intensivmedizin (ÖGARI) Walter Hasibeder. "Wo die freien Betten stehen, ist mir nicht ersichtlich."

Die Auslastung der Normalstationen steigt seit dem Jahreswechsel deutlich. Das sei durch die hohe Infektiosität von Omikron zu erwarten gewesen. Häufig sei, dass Patienten – Hasibeder ist Leiter der Intensivmedizin im Tiroler Zams – nach Skiunfällen eingeliefert werden, keine Symptome aufweisen, aber an Omikron erkrankt und hochinfektiös seien. Vor drei Wochen hätte das jeden sechsten bis siebenten Skifahrer betroffen. "Und das sind viele bei uns."

Masken-Aus in Schulen "zu früh"

Die Lockerungen, auch jetzt jene an den Schulen, seien "zu früh durchgestartet". "Man hätte warten sollen, bis die Infektionszahlen wieder ein bisschen sinken." Die Verlegung der Sperrstunde "wird egal sein", aber gegen die Aufhebung der Maskenpflicht am Sitzplatz in Schulen spricht sich der Mediziner aus.

3G in Hotels und Gastro "ganz schlecht"

3G in der Hotellerie und der Gastronomie hält er "für ganz schlecht". Er glaubt auch, dass die meisten Touristen einen sicheren Urlaub schätzen würden. Das bekräftigt auch eine Umfrage der Hoteliervereinigung. Gerade im Westen Österreichs verzichten viele Betriebe auf die Lockerung und bleiben bei der 2G-Pflicht.

Ein "riesiges Problem" sei, dass in den Spitälern viele Angestellte ausfallen, weil sie zum Beispiel bei angesteckten Kindern zuhause bleiben müssen.

Dass Dänemark trotz hoher Neuinfektionsrate lockert, sei "sicher richtig", dort hätte man aber auch Durchimpfungsraten von weit über 80 Prozent. "Unser Problem ist, wir haben noch viele Leute ohne Immunisierung in unserem Land".

Marianne LamplQuelle: Redaktion / lam