Nowotny: Im Frühjahr ist Pandemie "hoffentlich" vorüber

23. Aug 2021 · Lesedauer 2 min

Virologe Norbert Nowotny hofft auf ein Ende der Pandemie im Frühjahr 2022. Bis dahin werde es "hoffentlich" genügend Geimpfte und Genesene geben. Für jene, die sich nicht impfen lassen, bleibt der Weg dort hin ein "Lotterie-Spiel", warnt er.

"Wir alle wollen in Freiheit Leben und daher ist es auf jeden Fall der richtige Ansatz, eine Disko nicht ganz zu schließen, sondern sie dann, wenn's nicht anders geht, zumindest Geimpften auch noch offenzuhalten“, erklärte Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) am Samstag im PULS 24 "Sommergespräch". Das oberste Ziel sei derzeit, eine Überlastung der Spitäler zu verhindern. "Je mehr Menschen geimpft werden, desto besser werden wir durch den Herbst, durch den Winter kommen. Wer geimpft ist hat einen guten Schutz. Wer nicht geimpft ist wird sich früher oder später anstecken", sagte Kurz.

"Diese Aussage stimmt leider", analysiert der Virologe Norbert Nowotny im PULS 24 Interview. Im Herbst oder Winter und "wenn nicht heuer, dann im nächsten Jahr" werden sich Ungeimpfte anstecken. Damit würden im Frühjahr "hoffentlich" genügend Menschen geimpft oder genesen sein, dass die Pandemie wirklich vorüber ist, so Nowotny. 

1-G-Regel aus virologischer Sicht sinnvoll

Der Virologe warnt aber: Für jene, die sich nicht impfen lassen, sei das ein "Lotterie-Spiel". Zwar werden viele davon nur leicht erkranken, aber viele werden auch im Krankenhaus oder auf der Intensivstation landen. Es könne uns aber inzwischen "fast egal" sein, sagt Nowotny. Denn 58 Prozent der Bevölkerung sind vollimmunisiert - darunter sind vor allem die Älteren und Immunschwachen. Dennoch werde es für diese vulnerablen Gruppen bald eine Auffrischungsimpfung brauchen. Neun bis zwölf Monate nach der Zweitimpfung sollte das laut dem Virologen erfolgen. 

Erwachsene, die sich jetzt noch nicht impfen haben lassen, werde man nun nur noch schwer überzeugen können, befürchtet Nowotny. Bei den Jüngeren könne man durch niederschwellige Impfaktionen noch Erfolge erzielen, meint er. Die 1-G-Regel, einen "indirekten, leichten Zwang", wie auch von Kurz angekündigt, würde der Virologe aus virologischer Sicht gutheißen. Die Infektionszahlen würden unterdessen weiter steigen.

Quelle: Redaktion / koa