Mediziner Hutter: Öffnungs-Schritte könnten Fallzahlen senken

10. März 2021 · Lesedauer 3 min

Mediziner Hans-Peter Hutter ist sich sicher, dass im Sommer alles besser wird. Er vertritt die Meinung, dass Öffnungsschritte die Fallzahlen sogar senken könnten.

Im Interview mit PULS 24 Anchor Thomas Mohr im Newsroom LIVE drückt sich Umweltmediziner Hans-Peter Hutter ganz und gar nicht vor klaren Ansagen, im Gegenteil. Er hält die Öffnungsschritte in Vorarlberg für richtig und wichtig. "Gerade jetzt, in der Zeit, wo auch die Bereitschaft der Bevölkerung immer mehr abnimmt" wäre es wichtig, dass man Perspektive und Farbe zeige. Wenn es organisatorisch in Vorarlberg zu Problemen käme, würde man die sofort erkennen. Wenn dann "zwei Wochen später" woanders Öffnungsschritte gesetzt werden sollten, wäre man vorbereitet. 

Paradox, aber möglich: Öffnen, um Ansteckungen zu senken

Laut Hutter wäre es für weitere Öffnungsschritte im Rest von Österreich wichtig, auf die Hospitalisierungszahlen zu schauen, nicht nur auf die Fallzahlen. Es sei wichtig, die Zahlen runterzubringen, "da gibt's überhaupt kein Gerede". Doch die Maßnahmen müssten anders gesetzt werden, um die Zahlen zu drücken. "Es klingt paradox, dass man die Zahlen runterbringt, indem man öffnet", gesteht Hutter ein. Aber man müsse der Bevölkerung mehr Öffnung erlauben, und ihrer Sehnsucht nach sozialen Kontakten nachzugehen. Dadurch, dass man immer strikter reagiert, würde es angesichts der Pandemiemüdigkeit viele Menschen geben, die sich dort treffen würden, wo man es nicht sieht, im häuslichen und privaten Bereich. Wenn man das dorthin kanalisieren würde, wo Maßnahmen befolgt werden, würde die Bereitschaft der Menschen steigen, sich wieder mehr an die Kernmaßnahmen  - Abstand halten, Maske tragen und Hände waschen - zu halten. Laut Hutter könnte es sogar sein, dass in Gegenden, wo geöffnet wird, die Zahlen fallen. Das ginge natürlich nur mit sehr klaren Präventionsmaßnahmen, die "nicht nur auf einem Blatt Papier stehen", sonst würde das alles keinen Sinn machen. 

Dörfer abriegeln allein bringt nichts

Durch die ansteckenderen Virusvarianten wäre es noch wichtiger sich an Abstand halten, Maske tragen und Hände waschen zu halten. Mit Absperrungen allein, so der Mediziner, könne man nicht ans Ziel kommen. Solange die Bevölkerung nicht mithilft, sind solche Maßnahmen allein nicht ausreichend. 

Der Mediziner der MedUni nahm auch zum Tod der Krankenschwester aus Zwettl Stellung, von dem man nicht weiß, ob er mit der AstraZeneca-Impfung in Verbindung steht. Was Hutter nicht wissen konnte, weil das Interview vor der Meldung geführt wurde: Am Mittwoch gab die Arzneimittelbehörde der Europäischen Union (EMA) bekannt, dass sie bisher keine Hinweise dafür habe, dass der Tod auf das Vakzin zurückzuführen wäre.

Corona-Gerüchte um tote Krankenschwester "sehr schwer aus der Welt zu bringen"

Umso länger die Aufklärung des Todes der Krankenschwester dauern würde, so Hutter, desto mehr würden sich die Fronten verhärten. Gerüchte in den Sozialen Netzwerken könne man nur sehr schwer aus der Welt schaffen. Er kenne die Wissenschafter, die den Fall prüfen. Sie hätten kein Interesse, das Thema falsch darzustellen. Trotzdem würde es schwer werden, Gerüchten entgegenzuwirken. 

Verbesserung im Sommer

Nach dem Ende der Pandemie-Situation, wie sie jetzt ist, befragt, antwortete Professor Hutter wie aus der Pistole geschossen: "Sommer!"

Marianne LamplQuelle: Redaktion / lam