Long Covid

Long Covid: Haarausfall und Ejakulations-Störungen häufiger als angenommen

03. Aug. 2022 · Lesedauer 2 min

Für eine Studie verglichen Forscher:innen der Uni Birmingham fast 500.000 Corona-Genesene mit fast 2 Millionen Gesunden. Das Ergebnis: Häufiger als die bekannten Long-Covid-Symptome wie Atembeschwerden, Müdigkeit oder Geruchs- und Geschmacksverlust kommen Hausausfall, Libido-Verlust und Ejakulationsstörungen vor.

Long Covid gibt Ärzten viele Rätsel auf. Dutzende Symptome werden der Corona-Folgeerkrankung zugeordnet, Atembeschwerden, Müdigkeit, Geschmacks- und Geruchsverlust und Fatigue sind die bekanntesten. 

Dass es aber auch die häufigsten sind, bezweifelt jetzt eine in "Nature" veröffentlichte Studie. Diese verglich zwischen Jänner 2020 und April 2021 486.149 Erwachsene mit einer Covid-Infektion mit 1.944.580 Nicht-Infizierten. 

Die Ergebnisse: 

  • Geruchsverlust kommt 6,5 Mal öfter vor
  • Haarausfall kommt 4 Mal öfter vor
  • Ejakulationsstörungen kommen 2,6 Mal öfter vor
  • Libido-Verlust kommt 2,3 Mal öfter vor

Kurzatmigkeit, Fatigue, Heiserkeit, Fieber und Brustschmerzen folgten erst danach. 

Jördis Frommhold, Internistin und führende deutsche Expertin für Long Covid, geht im Gespräch mit "Spiegel.de" sogar noch weiter. Über Haarausfall würden fast 90 Prozent der Long-Covid-Patienten berichten. "Libidoverlust wird durchaus häufiger von Männern berichtet – allerdings ist hier offensichtlich die Hemmschwelle relativ groß, darüber zu reden. Aber es spielt als Symptom eine nicht zu unterschätzende Rolle und die Ärzte sollten danach gezielt fragen."

Laut "Nature"-Studie sind Frauen öfter von Long-Covid betroffen als Männer und Jüngere öfter als Ältere. Ebenfalls entscheidende Faktoren seien Rauchen, Übergewicht (hoher BMI) und einige Vorererkrankungen. 

Marianne LamplQuelle: Redaktion / lam