APA - Austria Presse Agentur

Italiens Staatsanwaltschaft ermittelt gegen weitere Seilbahn-Mitarbeiter

30. Mai 2021 · Lesedauer 1 min

Nachdem der Direktor und weitere Hauptverdächtige aus der U-Haft in Italien freikamen, vermutet die Staatsanwaltschaft nach dem Seilbahnunglück am Lago Maggiore, dass mehr Mitarbeiter von der Manipulation der Bremse gewusst haben könnten.

Nach dem Seilbahnunglück mit 14 Toten am Lago Maggiore wurden überraschend der Direktor und der Besitzer der Anlage "Ferrovie del Mottarone" in der Nacht auf Sonntag aus der U-Haft entlassen. Es gebe keine soliden Beweise, so die Untersuchungsrichterin nach der Einvernahme am Samstag. Der Einsatzleiter wurde unter Hausarrest gestellt.

Beteiligt oder nur Befehlsempfänger? 

Stattdessen sind laut Staatsanwaltschaft weitere Mitarbeiter der Seilbahngesellschaft verdächtigt und könnten angezeigt werden. "Wir prüfen, inwiefern sie von der Manipulation der Notbremse wussten", teilte die ermittelnde Staatsanwältin Olimpia Bossi mit.

"Wir wollen nachgehen, ob die Mitarbeiter aktiv an der Aussetzung des Sicherheitssystems teilgenommen, oder ob sie Befehle von Vorgesetzten befolgt haben", so die Staatsanwältin. Laut den Ermittlern hatte die Seilbahn bereits seit eineinhalb Monaten technische Probleme, von denen mehrere Mitarbeiter der Gesellschaft informiert waren.

Quelle: Agenturen / Redaktion / lam