APA - Austria Presse Agentur

Impfstoff für alle: Wer wann zum "Stich" kommt

16. Apr 2021 · Lesedauer 3 min

Österreich bekommt eine Million Impfdosen von Biontech/Pfizer früher als geplant. Plötzlich rutschen auch Impftermine für Junge und Gesunde in greifbare Nähe. Aber wann ist es wirklich so weit?

Bundeskanzler Kurz versprach, bis Mitte Juli jedem Impfwilligen die Chance auf einen Stich zu geben. Anfangs als unrealistisch kritisiert, ist dieses ambitionierte Ziel durch die Vorab-Lieferung von Biontech/Pfizer nun durchaus vorstellbar. Sechs Millionen Erstimpfungen sollen sich bis dahin ausgehen. Laut Umfragen gehören fünf Millionen Österreicher zu den Impfwilligen, die dann bereits zu ihrer ersten Teilimpfung kommen könnten. Im Juni soll auch die Beschränkung nach Altersgruppen oder Risikoeinstufung fallen. 

Wien bekommt Löwenanteil im Juni

Ende April sollen die ersten Dosen des angekündigten Kontingents eintrudeln. Am 26. April wird mit der ersten Teillieferung von 100.000 Dosen gerechnet. Der Rest folgt dann im Mai und der Löwenanteil im Juni. Wien soll laut "Presse" eher im Juni beliefert werden.

Heute 63.000 Impftermine freigeschaltet

Schon am heutigen Donnerstag hat die Stadt Wien das "Go" für alle Risikopatienten gegeben. 63.000 Impftermine wurden freigeschaltet. Die Betroffenen werden in den kommenden Tagen kontaktiert, eine Anmeldung ist aber bereits möglich. Viele Risikopatienten, die jetzt dran wären wurden bereits geimpft, weil sie allein durch ihr Alter bereits das Anrecht auf einen Termin hatten. Deshalb bleiben jetzt Termine übrig. 

Im Mai geht es für alle los

Bereits für Mai ist geplant, erste Gesunde zu impfen. Das betrifft unter anderem Schlüsselarbeitskräfte aus der Wirtschaft, die in Kooperation mit Wirtschaftskammer und Unternehmen immunisiert werden sollen. Anfang des Monats gab der Salzburger Kranbauer Palfinger an, Mitarbeiter in Serbien impfen zu lassen, weil man wichtige Ausschreibungen verpasse, wenn Mitarbeiter nicht international reisen können. Der Palfinger-Chef stieß bei der Industriellenvereinigung (IV) mit seinem Wunsch auf eine Vorreihung in Österreich auf offene Ohren. "Wir können es uns nicht leisten, auf den Weltmärkten abgehängt zu werden", zitiert die SN Salzburgs IV-Präsidenten Peter Unterkofler. Der Wunsch findet offenbar Gehör. 

Impf-Taktiker wollen AstraZeneca vermeiden

PULS 24 Reporterin Bettina Häberlin war am Donnerstag vor Ort im Wiener Austria Center. Dort ist die Nachfrage nach Impfstoff von AstraZeneca endenwollend. Einige Personen kämen erst gar nicht, weil sie nicht mit AstraZeneca geimpft werden wollen. Diese "Impf-Taktiker" werden jedoch abgestraft, indem sie nach hinten gereiht werden, so der Samariterbund. Jeder Impfstoff sei ein guter Impfstoff. Kapazitäten für den großen Impfansturm hat man im Austria Center noch. Zurzeit werden 5.000 Personen pro Tag geimpft, bis zu 30.000 wären aber möglich.  

Mehr Infos, wie jedes Bundesland mit "Impf-Taktikern" umgeht finden Sie hier: 

Drapalik: Impf-Taktiker "selbstverständlich hinten angereiht"

Susanne Drapalik, Landeschefärztin des Wiener Samariterbundes, spricht im Interview mit PULS 24 Reporterin Bettina Häberlin, über den Start der Corona-Impfung für Risikopatienten.

Marianne LamplQuelle: Redaktion / lam