APA - Austria Presse Agentur

Kanzler Kurz: 6 Millionen Erstimpfungen bis Mitte Juli

15. Apr 2021 · Lesedauer 2 min

Donnerstagfrüh verkündete Bundeskanzler Sebastian Kurz, dass bis Mitte Juli sechs Millionen Erstimpfungen durchgeführt werden sollen.

Noch am Mittwoch bat Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) bei der Pressekonferenz nach dem Ministerrat die versammelten Journalisten um Verständnis, dass er sich nicht zu konkreten Prognosen für die Durchimpfung hinreißen lassen wolle. Donnerstagfrüh verkündete er im Ö1-"Morgenjournal" aber, bis Mitte Juli werde man sechs Millionen Erstimpfungen durchführen können.

Dort sagte Kurz: "Aus heutiger Sicht haben wir rund fünf Millionen Menschen, zwei Drittel der impfbaren Bevölkerung, die sich impfen lassen möchten." Man werde die Ankündigung, alle zu impfen, die sich impfen lassen wollen, also bis Mitte Juli erfüllen können.

Grund für den Optimismus ist die Zusage von Biontech/Pfizer, eine Lieferung von 50 Millionen Impfstoffen an die EU für das vierte Quartal bereits auf das zweite Quartal vorzuziehen. Davon entfällt auf österreich eine Million Pfizer-Impfstoffdosen. Das gab EU-Kommissionspräsidentin Ursula Von der Leyen am Mittwoch bekannt. Zusätzlich hat die EU weitere 1,8 Milliarden Impfdosen bis 2023 bestellt.

Simulationsforscher sieht Impfplan auf gutem Weg

Untermauert wird diese Prognose von einer Impfvorausschau von Mathematiker Niki Popper. Wie er im Interview mit PULS 24 sagt, könnten demnach bis Ende Juni 65 Prozent der unter 65-Jährigen eine erste Impfung bekommen - alle Älteren zu 100 Prozent. Das entspreche knapp drei Viertel der impfbaren Bevölkerung.

Simulationsforscher Niki Popper von der TU Wien spricht über seine Impf-Prognosen und welche Herausforderungen noch auf den Impfplan zukommen.

Die Million an Biontech/Pfizer-Impfdosen sei zwar eine gute Nachricht, für seine Berechnungsmodelle sei die Lieferung aber nicht erheblich, meint er. Die Lieferung sei aber eine gute Garantie für die Stabilität des Impfplans, etwa um weitere Lieferausfälle von AstraZeneca und Johnson & Johnson zu kompensieren.

Die große Herausforderung im Sommer werde aber weniger die Verfügbarkeit von Impfstoff sein, sondern vielmehr die sinkende Impfbereitschaft der Bevölkerung - besonders angesichts von Meldungen über Thrombosefälle bei Johnson & Johnson. Diese würden viele Menschen verunsichern.

Quelle: Redaktion / hos