Hutter: "Nicht der richtige Zeitpunkt, um über Lockerungen zu sprechen"

25. Jan. 2022 · Lesedauer 2 min

Umweltmediziner Hans-Peter Hutter und Statistiker Erich Neuwirth sprechen sich im PULS 24 Interview gegen Lockerungen der Corona-Maßnahmen zum jetzigen Zeitpunkt aus.

"Aus meiner Sicht ist es jetzt sicher nicht der richtige Zeitpunkt, um über Lockerungen zu sprechen", sagt Umweltmediziner Hans-Peter Hutter anlässlich zahlreicher diesbezüglicher Forderungen aus den Ländern und der Wirtschaft. Man sollte viel eher die Maßnahmen - "und viele sind es ja wirklich nicht" - konsequent fortführen. 

"Der Höhepunkt ist noch nicht erreicht", führt Hutter aus. Der Peak werde "in den nächsten Tagen" eintreten und dann "wird es hoffentlich auch abklingen". Omikron sei infektiöser, aber weniger gefährlich, dennoch könne es bei so hohen Infektionszahlen "hier und dort" zu Engpässen in den Spitälern kommen. Und dort steigen die Belagszahlen zeitverzögert. Wenn die Zahlen dann abklingen, könne man über Lockerungen reden, so Hutter. 

Neuwirth gegen Lockerungen

Jetzt steigen die Zahlen auf den Normalstationen langsam - typischerweise folgen die Intensivstationen, erklärt auch Statistiker Erich Neuwirth, der sich ebenfalls gegen Lockerungen zum jetzigen Zeitpunkt ausspricht: "Wenn Vorsicht ein Wert ist, würde ich noch nicht lockern", sagt er. 

Bei Corona-Zahlen sei "Vorsicht geboten"

Neuwirth kritisiert das anhaltende Datenchaos. So wurde erst kürzlich beschlossen, dass Spitäler die Daten der Corona-Patienten per Verordnung melden müssen. Das hätte man zu Beginn der Pandemie machen müssen, sagt der Statistiker. So wusste man immer nur die Belagszahlen - wie viele Patienten dazu oder weggekommen sind, wisse man nicht.

Den Verantwortlichen für die Corona-Zahlen empfiehlt er einen "Grundkurs in Qualitätssicherung". Woran es genau hapert, wisse man nicht, denn es gebe keine Fehlerberichte. Bei den aktuell veröffentlichten Zahlen sei jedenfalls "große Vorsicht" geboten, so Neuwirth, der eine Dunkelziffer-Studie empfiehlt. 

Hutter sieht das etwas entspannter: Man wisse ja, wie es weitergehe. Es sei "kein Blindflug", es komme ein "Höhenflug" und dann das Abklingen. Das Virus werde wahrscheinlich mutieren und dann eher infektiöser, aber weniger gefährlich werden, so Hutter. Für die vierte Impfung sei es daher noch zu früh - es werde saisonale Impfstoffe geben.

Quelle: Redaktion / koa