APA - Austria Presse Agentur

Debatte ums Nachtleben: Die U-Bahn fährt wieder, Clubs erhalten Absagen

10. Juni 2021 · Lesedauer 3 min

Wie es mit den klassischen Aktivitäten des Nachtlebens weitergeht, ist umstritten. Fix ist nun aber zumindest, dass die Wiener U-Bahn auch in der Nacht bald wieder fährt.

Spätestens seit den Tumulten am Wiener Karlsplatz ist das Bedürfnis nach Jugend- und Nachtkultur wieder Thema. Am Mittwoch hatte Tourismusministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) angekündigt, dass ab Juli die Nachtgastronomie wieder normal öffnen darf.

Kurz darauf schränkte Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) aber wieder etwas ein und meinte, dass die klassischen Aktivitäten in Clubs und Discos - wie Tanzen und Trinken an der Bar - weiterhin nicht erlaubt sein werden. Bei den Nachtgastronomen herrscht nun teils Unsicherheit und Unverständnis - auch bei ihnen würden ja die 3-G-Regeln gelten, also die gleichen Regeln, wie sie etwa auch in Spitälern gelten würden, wie Stefan Ratzenberger, Sprecher der Nachtgastronomie betont. 

Ratzenberger: "Mückstein hat eher an einen Oppositionspolitiker erinnert"

Mückstein kündigte an, dass die Sperrstunde im Juli gänzlich fallen soll, wie es mit der Nachtgastronomie weitergehen soll, will er erst Ende Juni beschließen.

"Die Nachtgastronomie ist ein Bereich, der noch relativ ungeschützt ist. Weil viele Erwachsene noch ungeimpft sind." Tanzen und Trinken an der Bar sind weiterhin nicht möglich, nur die Konsumation an Tischen ist erlaubt. So werde das in der Verordnung für die Öffnungen ab 1. Juli geregelt sein.

Für das Flex am Donaukanal bedeute das etwa, dass man dort Tische aufstellen könne und auf diesen konsumieren dürfe, aber keine Disco im klassischen Sinne veranstalten könne, erklärte Mückstein. Er bekräftigte aber das Vorhaben der Regierung, dass die klassische Nachtgastro noch im Sommer geöffnet werde. "Das wird jedenfalls im Sommer stattfinden." Details werde man bis Ende Juni entscheiden. Viele Gastronomen fordern aber längere Vorlaufzeiten und schnellere Entscheidungen.

Unterdessen rückten auch ÖVP-Landeshauptmänner und der Arbeitsminister Martin Kocher aus, um eine Öffnung zu fordern:  Ab 1. Juli sollte es nach derzeitigem Stand möglich sein, Discos und Nachtclubs zu öffnen, zwar mit der 3G-Regel und gewissen Sicherheitsmaßnahmen, aber auch mit Tanzen, erklärten etwa Kocher und Tirols Landeshauptmann Günther Platter am Donnerstag.

 

Punz: "Clubbetreiber wünschen sich, dass es bald losgehen kann"

Bis dahin wird Feiern im eigentlichen Sinn wohl im öffentlichen Raum stattfinden. Die Stadt Wien gab bekannt, dass man Awareness-Teams ausschicken wolle, die Kontakt mit den Jugendlichen halten sollen. Vizebürgermeister und Jugendstadtrat Christoph Wiederkehr (NEOS) kündigte in einer ersten Phase „drei Teams“ an, die immer aus vier Personen bestehen. Sie sollen ab 19.00 bis 4.00 Uhr unterwegs sein. 

"Keine Partyzonen"

Außerdem kündigte der Jugendstadtrat an, dass die Stadt zusätzliche Angebote im Sommer zur Verfügung stellen wird. Im Zuge der Veranstaltungsreihe „Kultursommer“ werde es eine eigene Clubschiene in Kooperation mit Clubbetreibern geben. Wiederkehr verwies auch auf das Popfest, das in der Arena stattfinden wird. Eigene Partyzonen für die Jugendlichen werde es aber nicht geben, sagte Wiederkehr. Öffentlichen Raum abzusperren, um in solchem Rahmen das Feiern zu ermöglichen, ist laut dem Ressortchef aus rechtlichen Grünen nicht umsetzbar. 

 

Gastronom über die neuen Öffnungsschritte

Die Nacht-U-Bahn kehrt zurück

Die Mobilität dürfe aber schon Ende Juni weiterhin steigen: Ab 25. Juni werden die Garnituren wieder in der Nacht auf Samstag bzw. Sonntag sowie vor Feiertagen unterwegs sein. Das hat der zuständige Stadtrat Peter Hanke (SPÖ) am Donnerstag im Gespräch mit Journalisten mitgeteilt. Die Details sind noch offen, also etwa, ob die Intervalle wie früher wieder 15 Minuten betragen werden. Die Betrieb der Nacht-U-Bahn war während des ersten Corona-Lockdowns im März 2020 eingestellt worden.

Quelle: Redaktion / koa