Fidler zu Rekord bei Neuinfektionen: "Das kann noch um einiges höher werden"

19. Jan. 2022 · Lesedauer 2 min

Die Neuinfektionen steigen exponentiell an, das Ende sei noch lange nicht erreicht, zeichnet Public-Health-Experte Armin Fidler ein düsteres Bild. In den Spitälern habe man die Situation aber gut im Griff.

Das Prognose-Konsortium sei genau am Punkt gewesen. Dass so hohe Zahlen - es werden für Mittwoch über 30.000 Neuinfektionen erwartet - kommen, wisse man schon seit einer Woche, ist Public-Health-Experte Armin Fidler wenig überrascht. 

"Wir sind mitten in einem exponentiellen Anstieg, das kann noch um einiges höher werden", zeichnet er ein düsteres Bild für die nahe Zukunft. Man hätte es von Verdoppelungszeiten von drei bis vier Tagen zu tun.

"Wir haben noch nicht das Ende gesehen"

Niemand könne prognostizieren, wie lang der Anstieg noch weitergehe, aber der Blick auf Länder wie Frankreich, Spanien oder auch ins Vereinigte Königreich zeige, "da ging es schon sehr viel weiter nach oben". Das müsse man auch für Österreich erwarten. "Wir haben noch nicht das Ende gesehen", ist Fidler sicher. Der Gesundheitsexperte geht außerdem davon aus, dass die eigentlichen Zahlen durch die Dunkelziffer sehr viel höher sind, weil viele Erkrankte symptomlos bleiben. 

Rückkehr der Antigen-Tests 

"Wir brauchen Antigen-Schnelltests", solange diese von guter Qualität seien und richtig abgenommen würden, verteidigt Fidler die Entscheidung der Regierung, Wohnzimmertests wieder zuzulassen. Gleichzeitig brauche man aber auch den Goldstandard der PCR-Tests. Da der Antigentest sofort ein Ergebnis zeige, hätten sie auch ihre Berechtigung. "Auch ein PCR-Test kann falsche Sicherheit geben", denn schon kurz nach der Abnahme könne man positiv sein. "Das haben viele Leute nicht verstanden."

Langfristig gesehen, werde sich eine Immunität in der Bevölkerung aufbauen, ob man dann allerdings nur noch Risikopatienten oder bestimmte Altersgruppen impfen müsse, sei eine Frage, die man noch nicht beantworten könne.

In den Spitälern sehe man einen langsamen Anstieg auf den Normalstationen, die Situation habe man aber momentan gut im Griff.

Marianne LamplQuelle: Redaktion / lam