Schulmeister: Unternehmen für Inflation mitverantwortlich

20. Sept. 2022 · Lesedauer 2 min

Der Ökonom Stefan Schulmeister erklärt, dass viele Unternehmen die Preise weit höher angehoben hätten als eigentlich notwendig.

Die Metaller-Gewerkschaft haben gestern mit einer Forderung von 10,6 Prozent Lohnerhöhung die Herbstlohnrunde eingeleitet. "Die Gewerkschaften werden keinen Reallohnverlust zulassen", so GPA-Chef Karl Dürtscher. 

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Der Ökonom Stefan Schulmeister kann die Forderungen der Gewerkschaft nachvollziehen. Ein "fairer Lohnabschluss" würde sowohl die Inflation als auch die Produktivitätssteigerung abgelten, so Schulmeister. Die gute wirtschaftliche Entwicklung der letzten 12 Monate spiegle sich demnach ebenso in den Gewerkschaftsforderungen wider.

Lohnerhöhung notwendig

Eine Lohnerhöhung sei in der derzeitigen wirtschaftlichen Situation unumgänglich. In einer Rezession sei eine Umverteilung hin zu den Arbeitnehmer:innen laut Schulmeister der richtige Schritt, vor allem weil dieses Mal insbesondere Lebensmittel und Mieten, also lebensnotwendige Dinge, teurer geworden seien. 

Schulmeister sieht keine Gefahr einer Lohn-Preis-Spirale. Die Inflation sei "kosten- und nicht nachfragegetrieben". In einem ersten Schritt seien die Weltmarktpreise erhöht worden, der Ukraine-Krieg habe die Situation verschärft, aber der letzte Schritt sei "hausgemacht". Unternehmen hätten die Preise zum Teil auch weit über die gestiegenen Kosten hinaus erhöht. Das beträfe insbesondere auch den Lebensmittelbereich.

Eine Lösung für die ungerechtfertigten Erhöhungen durch Supermarktketten wäre ein verpflichtetes Online-stellen der täglichen Preise. So könnten Verbraucher:innen leichter vergleichen und besondere Erhöhungen wären einfacher erkennbar.

Magdalena BergerQuelle: Redaktion / mbe