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Stadt Wien will hohe Energiepreise mit 124,3 Millionen Euro abfedern

15. März 2022 · Lesedauer 2 min

Am Dienstag kündigte Wiens Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) ein Maßnahmenprogramm zur "Abfederung der aktuell hohen Energiepreise" an. Das "Wiener Energieunterstützung Plus" benannte Paket beläuft sich auf 124,3 Millionen Euro.

Das in einer Pressekonferenz zur Klubtagung der Wiener SPÖ angekündigte Programm beruht "auf drei Säulen", so der Bürgermeister. Bei der Ersten handelt es sich um eine Energiekostenpauschale, welche auf 50 Millionen Euro angesetzt ist. Es handle sich dabei "um eine pauschale Direktanweisung in der Höhe von 200 Euro an besonders betroffene Wienerinnen und Wiener". Hierfür soll auch kein Antrag notwendig sein.

Wer berechtigt ist

Für die Pauschale sollen rund 70.000 Mindestsicherungsbeziehende sowie 42.000 Menschen, welche eine Mindestpension beziehen berechtigt sein. Außerdem fallen auch rund 110.000 Beziehende einer Arbeitslosenleistung und 40.000 Wohnbeihilfe-Beziehende in diese Berechtigungskategorie.

"Teilübernahme von Rückständen"

Weiters möchte die Stadt über "Teilübernahmen von Rückständen" beziehungsweise der Jahresabrechnungen durch Direktanweisung an das Energieunternehmen sowie einer erweiterten Energieberatung oder dem "Austausch elektrischer Geräte" die Bewohnerinnen und Bewohnern der Hauptstadt unterstützen. Laut Bürgermeister Ludwig werden die bisherigen Ausgaben dafür um sechs Millionen Euro auf 26 Millionen Euro aufgestockt.  

Energiearmut in Wien 

Der Bürgermeister erklärte außerdem, dass hierfür jene Menschen berechtigt sind, "die am meisten von Energiearmut betroffen sind". Da die Teuerung aber auch "zunehmend in den Mittelstand vorgerückt" sei, weitet die Stadt and Anspruchstellerkreis für das Jahr 2022 aus.

So können nun auch Alleinerziehe oder Familie unter bestimmten Bedingungen – wie das Nettoeinkommen oder die Höhe der Miete – dafür berechtigt sein.

"Errichtung nachhaltiger Energieformen"

Als abschließende "dritte Säule" sollen Förderungen bei der "Errichtung nachhaltiger Energieformen" sowie beim Neubau und der Sanierung von Gebäuden kommen. Diese Maßnahmen würden 48,3 Millionen Euro betragen und betreffen beispielsweise eine Förderung von Photovoltaikanlagen auf Gründächern.

Insgesamt wolle die Stadt damit "schnell, sozial und gleichzeitig treffsicher" auf die aktuellen Energiepreise reagieren. Die bestehenden und angekündigten Bundesmaßnahmen werden "substanziell erhöht und die Steigerung der Energiekosten für einkommensschwache Wiener Haushalte abgefedert", so der Bürgermeister abschließend.

Jan ForoboskoQuelle: Redaktion / foj