AFP

Spektakulärer Fund: Europas größtes Vorkommen Seltener Erden entdeckt

12. Jan. 2023 · Lesedauer 3 min

In Schweden hat der Bergbaukonzern LKAB das bisher größte in Europa bekannte Vorkommen an Seltenen Erden entdeckt. Die Rohstoffe werden unter anderem zur Produktion von Smartphones und Elektroautos benötigt.

Im Kiruna-Gebiet im Norden von Schweden hat das staatliche Unternehmen LKAB das bisher größte in Europa bekannte Vorkommen an Seltenen Erden entdeckt. Diese Metalle sind unter anderem nötig für die Produktion von Elektroautos,Windkraftturbinen und Smartphones. Dies sei eine "gute Nachricht" nicht nur für Schweden, sondern für Europa und das Klima, erklärte Jan Moström von LKAB.

Grüne Transformation

Das Vorkommen "Per Geijer" habe einen Umfang von über einer Million Tonnen, teilte LKAB mit. Es könne ein wichtiger Baustein für die Produktion von Rohstoffen sein, die absolut entscheidend für die Umsetzung der grünen Transformation seien, erklärte Moström. Den Firmenangaben zufolge könnte das Vorkommen einen großen Teil des Bedarfs an Seltenen Erden in Europa decken.

Es könne aber mehrere Jahre dauern, bis das Vorkommen profitabel und nachhaltig abgebaut werden kann, sagt Moström bei einer Pressekonferenz in der Bergbaustadt Kiruna. Da es auch von Genehmigungen abhänge, könne es erfahrungsgemäß 10 bis 15 Jahre dauern, bis der Markt beliefert werden könne. Das Unternehmen habe bereits mit den Vorbereitungen begonnen, eine mehrere Kilometer lange und etwa 700 Meter tiefe Trift in das Bergwerk von Kiruna zu treiben, um das Vorkommen zu untersuchen. Noch sei unklar, wie groß es tatsächlich ist.

Unabhängigkeit von China

Laut der schwedischen Energieministerin Ebba Busch sei Europas Bedarf an Seltenen Erden groß, da die EU den Umbau zu einer fossilfreien Wirtschaft anstrebe und bis 2035 Neuwagen mit Verbrennungsmotor verbieten will. "Die Elektrifizierung, die Autarkie der EU und die Unabhängigkeit von Russland und China beginnt im Bergwerk", sagte Busch am Donnerstag bei der Präsentation des Funds. Schweden hat seit Beginn des Jahres die EU-Präsidentschaft inne.

Seltene Erden umfassen eine ganze Reihe von Elementen, die unter anderem für die Produktion von Smartphones und Elektroautos benötigt werden, etwa für Batterien, Katalysatoren und Magnete, aber auch für Leuchtmittel. Derzeit ist das größte Vorkommen dieser Metalle in China zu finden.

Der Bedarf an den Metallen werde sich bis 2030 verfünffachen, zitierte LKAB Schätzungen der EU. Da Europa aktuell abhängig von Importen sei und China den Markt dominiere, erhöhe sich die Verletzlichkeit der europäischen Industrie. Das Unternehmen LKAB produziert nach eigenen Angaben 80 Prozent des in Europa benötigten Eisenerzes.

 

Valerie MazzucatoQuelle: Redaktion / vma