APA/HERBERT NEUBAUER

Russland-Sanktionen könnten für Österreichs Banken dramatisch sein

22. Feb. 2022 · Lesedauer 2 min

Der sich verschärfende Russland-Ukraine-Konflikt hat die ersten Strafmaßnahmen aus dem Westen gegen Russland hervorgerufen - unter anderem soll es auch Sanktionen gegen den russischen Finanzsektor geben. Für die heimischen Banken verheißt das nichts Gutes.

Im Vergleich mit einigen anderen Ländern ist die Exposure von Österreichs Banken in Russland relativ hoch. Vor allem die Raiffeisen Bank International (RBI) ist in Russland stark engagiert.

17,5 Milliarden Dollar

Laut Daten der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) lag das Gesamtexposure heimischer Banken gegenüber Russland - mit Stand Ende September 2021 - bei 17,5 Milliarden US-Dollar (15,4 Mrd. Euro). Im internationalen Vergleich ist das viel. Noch höhere Kreditforderungen in Russland haben nur Italien (25,3 Mrd. Dollar) und Frankreich (25,2 Mrd. Dollar). Aus den beiden Ländern sind vor allem die italienische Bank-Austria-Mutter UniCredit sowie die französische Societe Generale in Russland aktiv.

Nur etwa halb so groß wie in Österreich ist dagegen das Exposure der deutschen Banken mit rund 8,1 Mrd. Dollar. Auch die USA (14,7 Mrd. Dollar) und Großbritannien (3,0 Mrd. Dollar) kommen nicht an die Zahlen aus Österreich heran.

Briten frieren Vermögen ein

Welcher Schaden den Banken aus Sanktionen gegen das russische Finanzsystem entstehen würde, ist unklar und auch von der jeweiligen Maßnahmen abhängig. Ansätze gibt es bereits unterschiedliche. So hat die EU-Kommission vorgeschlagen, den Handel mit russischen Staatsanleihen zu verbieten, um eine Refinanzierung des russischen Staats zu erschweren. Großbritannien hat indessen fünf russische Banken sowie drei wohlhabende russische Staatsbürger mit gezielten Sanktionen belegt. Deren Vermögen in Großbritannien werde eingefroren und Reisen nach Großbritannien unterbunden.

Swift-Aus als Worst-Case-Szenario

Die wohl härteste Sanktion wäre aber ein Ausschluss Russlands vom internationalen Zahlungssystem Swift. Die russischen Institute wären dann von internationalen Geldströmen mehr oder weniger ausgeschlossen. Das würde nicht nur den internationalen Geldtransfer, sondern auch den Handel massiv belasten, da Firmen dann nicht mehr in der Lage sind, Importe zu bezahlen oder Einnahmen für Exporte zu verbuchen. Der Chef des Wirtschaftsforschungsinstituts (Wifo), Gabriel Felbermayr, bezeichnete diese Maßnahme heute als die "härteste Waffe, die wir haben."

Quelle: Agenturen / Redaktion / lam