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Ringen um Metaller-KV: "Die Hoffnung nicht aufgegeben"

24. Okt. 2022 · Lesedauer 2 min

Vor der dritten Runde der Kollektivvertragsverhandlungen in der Metalltechnischen Industrie (FMTI) drängen die Arbeitnehmervertreter auf ein höheres Angebot der Arbeitgeberseite.

"Wir haben die Hoffnung nicht aufgegeben, dass die Arbeitgeber einlenken und endlich zugeben, dass die letzten 12 Monate sehr erfolgreich waren", so Chefverhandler Rainer Wimmer (PRO-GE) im "Ö1"-Morgenjournal. Die Gespräche waren ob der auseinanderklaffenden Positionen zuletzt ergebnislos verlaufen.

 

So fordern die Gewerkschaften PRO-GE und GPA 10,6 Prozent mehr Lohn und Gehalt. Die Arbeitgebervertreter zeigen sich aber nur bereit, 4,1 Prozent mehr zu zahlen. Innerhalb der Gewerkschaften ist die Kampfbereitschaft jedenfalls hoch, wie Wimmer betonte. "Wir haben alles vorbereitet und sind gerüstet dafür, wenn es darum geht, dass Maßnahmen gesetzt werden müssen." Nach der zweiten Verhandlungsrunde hatten die Arbeitnehmervertreter Betriebsversammlungen angesetzt. Sollte es zu keiner Einigung kommen, dürften diese fortgesetzt werden. Auch Warnstreiks stehen bei einer Nichteinigung im Raum.

Außergewöhnliche Situation

Die Arbeitgebervertreter bekräftigten indes ihre bekannte Position und verwiesen einmal mehr auf die Lage der Industrie mit Lieferkettenproblemen und hohen Energiepreisen. "Wir haben eine Situation, die außergewöhnlich ist", so Arbeitgeber-Obmann Christian Knill. Mit einer 4,1-prozentigen Erhöhung der Löhne und Gehälter würde man die Kerninflation abdecken, für den Rest komme die Regierung mit diversen Hilfspaketen auf, argumentierte er.

Dennoch zeigen sich auch die Arbeitgebervertreter weiter gesprächsbereit. "Wir haben noch 2 Verhandlungstermine. Das heißt wir trachten natürlich danach, dass wir zu einem Abschluss kommen", so Knill. "Denn auch uns ist wichtig, dass wir unseren Beitrag leisten, um die hohe Inflation abzugelten." Ob die Arbeitgeber ihr Angebot in der heutigen Runde erhöhen werden, ließ er offen. "Das werden die Verhandlungen zeigen."

Quelle: Agenturen / koa