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Personalmangel lässt Gewalt und Aggressionen steigen

30. Mai 2022 · Lesedauer 2 min

Vor allem im Gesundheits- und Sozialbereich und im Handel haben körperliche und verbale Übergriffe gegen die Beschäftigten durch Kunden, Patienten oder Kollegen in den letzten zwei Jahren zugenommen.

Laut einer IFES-Umfrage im Auftrag der Gewerkschaft GPA werden die Konflikte durch Arbeitsdruck und Personalmangel deutlich verschärft. Die Gewerkschaft fordert eine bessere Personalausstattung und höhere Gehälter.

Auf die Frage nach der Art der Belastung im Arbeitsalltag nannten die befragten 1.000 unselbstständig Beschäftigten in der Privatwirtschaft vor allem den Kontakt mit "schwierigen KundInnen bzw. PatientInnen" deutlich vor "Konflikten mit Kolleginnen und Kollegen" sowie der Sorge "am Arbeitsplatz belästigt oder bedroht zu werden".

Frauen und Jüngere stärker betroffen

Mehr als 60 Prozent gaben an, dass Arbeitsdruck und Personalmangel die Konflikte deutlich verstärken würden. Am ausgeprägtesten sei diese Tendenz im Bereich "Gesundheit, Pflege, Soziales" (73 Prozent) sowie im Handel (70 Prozent), verweist die GPA auf das Umfrageergebnis.

38 Prozent gaben an, verbale Übergriffe gegen sich selbst erlebt zu haben. Frauen und Jüngere waren davon deutlich stärker betroffen. Bei den Branchen dominiert deutlich der Bereich "Gesundheit, Pflege, Soziales". Auch direkte körperliche Übergriffe kommen am häufigsten im Gesundheits- und Pflegebereich vor.

Die verbalen Übergriffe gingen zu etwa gleichen Teilen von Kolleginnen und Kollegen (44 Prozent) und externen Personen (43 Prozent) aus. In drei Vierteln der Fälle wurden Männer als Täter wahrgenommen.

Weil die Befragten oft Arbeitsdruck und Personalmangel als verstärkende Faktoren dieser Entwicklung nannten, verlangt die Gewerkschaft von den Arbeitgebern eine bessere Personalausstattung vor allem im Gesundheits- und Pflegebereich sowie im Handel.

Quelle: Redaktion / msp