APA - Austria Presse Agentur

Pandora Papers: 160 Österreicher tauchen in den Dokumenten auf

04. Okt 2021 · Lesedauer 2 min

Ein Tourismusprojekt in Montenegro könnte die österreichischen Steuerzahler einige Millionen Euro kosten.

Die Pandora Papers enthüllen nach Angaben des internationalen Recherchenetzwerkes ICIJ die heimlichen Geschäfte hunderter Politiker und Unternehmen mit Briefkastenfirmen. Mehr als 330 Politiker und Amtsträger aus 91 Ländern wie etwa Tschechiens Premier Andrej Babis oder der britische Ex-Premiers Tony Blair sollen in diese Offshore-Geschäfte verwickelt sein.

Die Dokumente führen aber auch nach Österreich. Laut "profil" und ORF konnten insgesamt rund 160 Österreicherinnen und Österreicher identifiziert werden, die in der Vergangenheit Offshore-Services in Anspruch genommen haben - allerdings keine Politiker, dafür aber "mehrere Unternehmerpersönlichkeiten", berichtete das "profil".

In Österreich geben die "Pandora Papers" unter anderem Hinweise auf die verschlungenen Finanzkonstruktionen rund um ein Tourismusprojekt in Montenegro, das den österreichischen Steuerzahlern möglicherweise einige Millionen Euro gekostet hat. Konkret geht es um "Bigova Bay" in Montenegro, das die notverstaatlichte Kärntner Hypo Alpe-Adria finanziert hatte.

Österreichischer Milliardär übernahm Netzwerk

Mit der Verstaatlichung der Pleite-Bank ging die offene Forderung auf die Abbaugesellschaft HETA über. 44 Millionen Euro standen schließlich zu Buche, berichtet das "profil". Die HETA zeigte sich demnach zuversichtlich, dieses Geld auch wiederzusehen, schließlich hatte 2013 der österreichische Milliardär Martin Schlaff mit seinem Unternehmensnetzwerk das Projekt übernommen. Doch am Ende erhielt die HETA, und damit die Republik, laut dem Bericht nur rund 13 Mio. Euro.

Von der HETA hieß es zum "profil", das gesamte Projekt habe sich "aufgrund einer Vielzahl rechtlicher und faktischer Problemstellungen" als "wesentlich komplexer dargestellt, als Ihre Darstellung dies vermuten lässt". Mit dem Forderungsverkauf habe man zu diesem Zeitpunkt den "bestmöglich erzielbaren Preis" erreicht.

Quelle: Agenturen / Redaktion / koa