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OMV: Öl- und Gasvorstand Pleininger muss gehen

14. Mai 2022 · Lesedauer 2 min

Nach einer Kampfabstimmung wurde entschieden, dass der Vertrag mit Vize-CEO Johann Pleininger nicht verlängert wird. Die Entscheidung wurde nicht einstimmig gefällt. Hintergrund dürften Differenzen in der Ausrichtung der Unternehmensstrategie sein.

Wie der "Kurier" am Samstag berichtet, wir der OMV-Aufsichtsrat das Mandat von Vorstandsdirektor Johann Pleininger nicht verlängern. OMV-Sprecher Andreas Rinofner bestätigte dies auf Anfrage der Tageszeitung. 

Entscheidung führte zu Diskussionen

Vor der Entscheidung gab es heftige Diskussionen, wie vernünftig und klug es sei, inmitten einer der größten Energiekrise seit Ende des Zweiten Weltkriegs den einzigen Öl- und Gasexperten im Vorstand  nicht weiterhalten zu wollen.  Die beiden größten Aktionäre, Mubadala (Abu Dhabi) sowie die Staatsholding ÖBAG, welche über einen Syndikatsvertrag die Mehrheit halten, haben gegen Pleininger gestimmt. Für Pleininger soll allerdings auch Stimmen gegeben haben.

Urgestein der OMV

Pleininger gilt als ein OMV-Urgestein. Begonnen hat er im Unternehmen als Lehrling. Der Bereich Exploration & Produktion des gut vernetzten Top-Managers fährt Milliardengewinne ein. Pleininger und der OMV-CEO Alfred Stern sind sich allerdings über die Unternehmensstrategie uneins. Stern sieht die Zukunft langfristig nicht mehr im Öl- und Gasgeschäft. Pleininger dagegen forciert den Plan, Öl- und Gas in eine eigene Energiegesellschaft abzuspalten, für die es einen Investor geben soll.

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Pleininger setzt sich zudem für die umweltschonende Förderung von Schiefergas im Weinviertel ein. Diese Reserven könnten vermutlich den Bedarf Österreichs auf etliche Jahre abdecken und damit die Unabhängigkeit vom russischen Gas ermöglichen. Stern sieht dieses Thema kritischer.

Quelle: Redaktion / foj