OMV-CEO Stern: Werden Gas weiter in Euro bezahlen

23. März 2022 · Lesedauer 3 min

Im Gespräch mit PULS 24 Infochefin Corinna Milborn stellt der neue OMV-Chef Alfred Stern klar, dass man russisches Gas entgegen der Ankündigung Putins weiter in Euro und nicht in Rubel bezahlen werde.

OMV- CEO Alfred Stern reagiert im Interview mit Corinna Milborn auf die Ankündigung Putins, wonach EU-Staaten russische Gas-Lieferungen künftig in Rubel zahlen müssen, überrascht. "Ich werde jetzt mal warten, ob da jemand auf uns zukommt", sagte er und verwies auf bereits bestehende Verträge.

Auf die Nachfrage von Corinna Milborn, ob die OMV Gas weiterhin in Euro und nicht in Rubel bezahlen werde, stellt Stern klar: "Natürlich. Wir haben keine andere Vertrags-Grundlage, ich dürfte so etwas gar nicht."

"Keine zusätzlichen" Öl-Lieferungen

Problematisch sei es hingegen bei dem Verzicht auf Gas, denn man sei "in Europa und noch mehr in Österreich abhängig", erklärt der OMC-Chef. Auch habe man derzeit nicht die Infrastruktur um das Auszugleichen, noch die "physischen Alternativen". An dem Preisanstieg verdiene zurzeit nur Gasprom, die OMV sei hier nur ein Handelsunternehmen, meint Stern. 

Beim Öl sei die Situation eine Andere. Die OMV beziehe laut Stern zurzeit "keine zusätzlichen Lieferungen von russischem Öl". Auch andere Länder würden sich hier "selbst sanktionieren". 

"Haben das alle unterschätzt"

Österreich habe bisher "alle Sanktionen mitgetragen", betont auch EU- und Verfassungsministerin Karoline Edtstadler, die ebenfalls bei "Milborn" zu Gast ist. Die Energieabhängigkeit und Versorgung sei in den EU-Mitgliedstaaten sehr unterschiedlich. Daher sei es laut Edstadler positiv, "dass die EU geeint ist". "Das ist das was Putin auch am meisten fürchtet oder auch nicht erwartet hat, dass sich die europäische Union nicht spalten lässt", so die Ministerin.

Der Krieg habe das Verhältnis zwischen Russland und Österreich verändert. Dass Putin diesen Schritt gewagt hat, habe "niemand erwartet. (...) Wir haben das alle unterschätzt", sagt Edtstadler. Nun müsse man "der Realität ins Auge blicken", vor allem bei der Gas-Abhängigkeit. Hier hätte sich Österreich "schon früher distanzieren" können, meint die Ministerin. 

Selenskyj-Einladung kein Bruch der Neutralität

Edtstadler spricht bei Corinna Milborn auch über den EU-Beitrittsantrag der Ukraine und die Diskussion im Parlament um die Einladung Selenskyjs. Vor allem bei Letzterem könne sie "die Argumente, die hier auf den Tisch gelegt wurden, nicht nachvollziehen". Sie spreche sich für eine Einladung Selenkyjs aus, betont gleichzeitig, dass die Entscheidung beim Parlament liegt. Zur Neutralitätsdebatte meint Edtstadler: "Es hat überhaupt nichts mit Neutralität zu tun oder einem Widerspruch zur Neutralität, wenn ich jetzt in der Zeit (…) den Präsidenten der Ukraine einlade im Parlament zu sprechen. (…)."

Die ganze Folge "Milborn" als Podcast zum Nachhören:

Quelle: Redaktion / hos, pea