Baumgartner: "Früherer Lockdown wäre billiger gewesen"

07. Dez. 2021 · Lesedauer 2 min

WIFO-Ökonom Josef Baumgartner spricht im PULS 24 Interview über die wirtschaftlichen Kosten für die Lockdowns - die übrigens alle unterschiedlich teuer waren.

Während der erste Lockdown noch einen Bruttoinlandsprodukt-Verlust von 1,7 Milliarden Euro pro Woche bedeutete, kostete der zweite schon nur noch 800 Millionen Euro pro Woche. Der dritte kostete schließlich 1 Milliarde Euro.

Warum ist das so? WIFO-Ökonom Josef Baumgartner erklärt, dass beim ersten Lockdown auch der produzierende Sektor und die Bauwirtschaft den Betrieb vielerorts einschränken mussten. Die Pandemie sei weltweit ausgebrochen, die Nachfrage sei stark zurückgegangen. Beim zweiten Lockdown sei das schon anders gewesen: Dieser Lockdown viel ins Weihnachtsgeschäft 2020 und viele Menschen kauften online ein. Der dritte Lockdown kam wieder etwas teurer, da er in die Zeit nach Weihnachten, auf Silvester fiel. Diese Zeit sei traditionell eine starke Zeit für den Tourismus - die Hotels sind normalerweise ausgebucht. 

Früherer Lockdown wäre billiger gewesen

Auch die Wirtschaftsentwicklung war in den Lockdowns unterschiedlich: Beim ersten Lockdown ging sie um 21 Prozentpunkte, im zweiten Lockdown um 9,6 Prozentpunkte und beim dritten um 12,3 Prozentpunkte zurück. Nun stehen wir bei 5,7 Prozentpunkten - die Wirtschaft dürfte also besser damit umgehen können. Das liege aber auch daran, dass die Ausgangslage eine bessere sei - man habe sich schon fast auf Vorkrisenniveau befunden, so Baumgartner. 

Der Ökonom merkt aber an, dass ein früherer Lockdown noch besser gewesen wäre. Im November haben viele Hotels in Westösterreich ohnehin zu. Jetzt falle der Lockdown in das Weihnachtsgeschäft und viele deutsche Touristen werden nicht kommen, weil Österreich als Hochrisikogebiet zählt. 

Quelle: Redaktion / koa