Maklergebühr Neu: Vor- oder Nachteil für den Mieter?

19. Dez. 2022 · Lesedauer 2 min

Anton Holzapfel von der Immobilienwirtschaft glaubt, dass zukünftig Mieter schlechter beraten werden, wenn der Vermieter die Makler-Kosten trägt. Elke Hanel-Torsch von der Mietervereinigung Wien sieht das anders.

Vermieter werden sich in Zukunft besser überlegen, ob sie einen Makler beauftragen, wenn nicht mehr der Mieter zahlt, sondern der Besteller. Es werde sicher ein Teil des Geschäfts wegbrechen, ist sich Anton Holzapfel, Geschäftsführer der Stimme der Immoblienwirtschaft (ÖVI) im PULS 24 Interview sicher. In Deutschland, wo das Bestellerprinzip bereits seit Jahren gelte, sehe man das. 

Holzapfel bemängelt am neuen Bestellerprinzip auch, dass dadurch die Beraterleistung eines Maklers wegfalle. Auch vom Luxus, sich eine Wohnung einzeln anschauen zu können, werde man sich verabschieden müssen. Man müsse in Zukunft mit Massenbesichtigungen rechnen, "weil der Kostendruck da ist".

Der Makler werde zukünftig nur noch den Vermieter vertreten und nicht mehr Mieter und Vermieter wie bisher, befürchtet Holzapfel.

"Ein neues Maklerrecht und ein Bestellerprinzip wird nicht die Lösung sein für eine Entlastung für Jungmieter", sagt der Wirtschafts-Vertreter. Man müsste stattdessen das Mietrecht neu aufstellen. Es gebe 60 Prozent kommunales und gemeinnütziges Wohnen. "Jene, die es dringend brauchen, sollten dort versorgt werden."

Mietervereinigung warnt bei neuer Maklergebühr vor Umgehung

Mietervereinigung: "Mieter fühlen sich sogar besser informiert"

Die Vorsitzende der Mietervereinigung Wien Elke Hanel-Torsch widerspricht Holzapfel. Eine Analyse aus Deutschland hätte gezeigt, dass sich Mieter zum Teil sogar besser informiert fühlen. Es werde zwar ein Teil des Makler-Marktes wegbrechen, aber "gute Makler werden überleben". Hanel-Torsch geht das neue Maklergesetz aber nicht weit genug. Es gebe im schlechtesten Fall Umgehungsmöglichkeiten, die das Bestellerprinzip aushebeln.

Stattdessen bräuchte es laut Hanel-Torsch ein "Mietrecht für alle". Es dürfe nicht passieren, dass Kosten auf den Mietzins draufgeschlagen werden. Und jeder müsse wissen, wieviel für eine Wohnung verlangt werden darf.

Marianne LamplQuelle: Redaktion / lam