APA/Barbara Gindl

Löhne: Telekom will 10,6 und Postbus 11,65 Prozent mehr

21. Okt. 2022 · Lesedauer 3 min

Die Beschäftigten der A1 Telekom Austria und der ÖBB-Tochter Postbus sind in die Herbstlohnrunde eingestiegen.

Für die A1 fordert die Belegschaft - wie schon die Metallindustrie - ein Plus von 10,6 Prozent. Die Kollegen vom Postbus wiederum haben einen Kavalierstart hingelegt und wollen 11,65 Prozent plus sowie einen Sockelbetrag von 300 Euro. Etwas zurückhaltender war zuletzt der Handel mit einer Forderung nach zehn Prozent mehr Lohn und Gehalt.

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Bei der teilstaatlichen, börsennotierten Telekom hat sich die Belegschaftsvertretung für ihre rund 10.000 Beschäftigten heute jedenfalls schon in Position gebracht. In einer Vorab-Umfrage hätten sich über 80 Prozent der Teilnehmenden dazu bereit erklärt, zur Erreichung dieses Zieles an gewerkschaftlichen Maßnahmen teilzunehmen. Die Telekommunikationsbranche sei Gewinnerin der Coronakrise, es herrsche "eine Art Goldgräberstimmung", so A1-Betriebsratschef Werner Luksch am Freitag in einer Aussendung.

Das Management seines Unternehmens habe selber öffentlich von einem Rekordergebnis gesprochen. "Wir erwarten uns daher ein wertschätzendes Angebot der Arbeitgeberseite, das den Einsatz der Belegschaft, welcher diese Ergebnisse überhaupt erst möglich macht, auch abbildet", so Luksch.

Postbus traditionell kämpferisch

Die Beschäftigten beim traditionell kämpferischen Postbus verweisen auf die hohe Inflation und Arbeitsbelastung. "Alleine 80 Überstunden im Monat und mehr halten den Betrieb noch am Laufen", so Zentralbetriebsratsvorsitzender Robert Wurm. Das erste Gegenangebot von Arbeitgeber-Seite - eine Erhöhung der Gehälter um sieben Prozent - bezeichnet Wurm als "realitätsfremd" - auch, "wenn er ein ehrliches Interesse an einer Annäherung" ortet.

Unrund läuft es derzeit auch bei den Bahnen. Die Gewerkschaft vida hat - nach der bisher erfolglosen Forderung nach Sonder-KV-Verhandlungen - nun Betriebsversammlungen für den 25. Oktober angekündigt. Angedroht wurden diese bereits vor zehn Tagen.

"Wir fordern 500 Euro für jeden, auf alle KV- und Ist-Gehälter, 250 Euro auf die Lehrlingseinkommen sowie die Erhöhung der valorisierbaren Nebengebühren um die rollierende Inflation", bekräftigte heute Gerhard Tauchner, stv. Vorsitzender des vida-Fachbereichs Eisenbahn. Die Versammlungen würden "unter großer Bedachtnahme auf die Bedürfnisse unserer Fahrgäste einberufen", versprach er.

Zuverspätungen möglich

Start der Betriebsversammlungen ist am 25. Oktober in Wien sowie in Innsbruck jeweils von 13 bis 14 Uhr. Fortgesetzt werden die Betriebsversammlungen in der Woche von 2. bis einschließlich 7. November tageweise in allen Bundesländern. "Beeinträchtigungen im Zugverkehr können von 2. bis 7. November dabei nicht ausgeschlossen werden und hängen davon ab, wie stark die Beschäftigten von ihrem Recht auf Teilnahme an den Versammlungen Gebrauch machen werden", so die vida.

Quelle: Agenturen / Redaktion / mbe