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Klimawandel geleugnet: Exxon wusste es schon lange besser

13. Jan. 2023 · Lesedauer 2 min

Der Ölkonzern Exxon Mobil leugnete jahrzehntelang den Klimawandel. Doch eigentlich betrieb Exxon eigene Forschungen, die die Auswirkungen fossiler Brennstoffe auf das Klima belegen und sehr exakte Prognosen lieferten. Die Ergebnisse wurden bewusst verschwiegen.

In den 1970er Jahren vertrat der US-Ölriese Exxon Mobil noch die Ansicht, eine neue Eiszeit komme auf. CEO Lee Raymond war es, der 1999 behauptete, Warnungen vor dem Klimawandel würden auf "komplett unbewiesenen Modellen" beruhen und es handle sich um "reine Spekulation". Sein Nachfolger Rex Tillerson, der unter Donald Trump US-Außenminister wurde, sprach noch 2013 von "nicht belastbaren Klimamodellen". Er nannte den Klimawandel ein rein "ingenieurstechnisches Problem". 

Exxon hatte umfangreiche Forschung

Aber eigentlich hätte es der Konzern besser wissen müssen, wie Untersuchungen von Wissenschaftlern der Harvard Universität und des Potsdam Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) zeigen. Die Forscher werteten 32 Exxon-interne Dokumente und 72 wissenschaftliche Studien von konzerneigenen Forschern aus den Jahren 1977 bis 2014 aus. Das Ergebnis: Exxon-Wissenschaftler waren überzeugt, dass das unbegrenzte Verbrennen fossiler Energien zu einer massiven Erderwärmung mit drastischen Konsequenzen für das Leben auf der Erde führt. Die Studien von Exxon, wie auch die Studie von Harvard und PIK wurden nach wissenschaftlichen Standards geprüft. 

Rex Tillerson als Exxon-CEO im Jahr 2015.AFP PHOTO/ NICHOLAS KAMM Nicholas KAMM / AFP

Rex Tillerson als Exxon-CEO im Jahr 2015.

Die Forschungsergebnisse von Exxon waren teils sogar besser als jene vom Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) oder der NASA, die Exxon-Manager wurden über die Ergebnisse auch informiert. Dennoch leugnetensie jahrzehntelang den menschengemachten Klimawandel, wie Professor Naomi Oreskes von der Harvard Universität schreibt.

Bewusst geleugnet

Durch die neue Studie konnte nachgewiesen werden, dass der Ölmulti die Bedeutung seines Geschäfts für die globale Erwärmung sehr genau kannte und deren Rolle auch genau verstanden hatte. Die konzerneigenen Wissenschaftler selbst hätten ihre Erkenntnisse als ausgefeilt und als "state of the art" bezeichnet. Ihre frühen Erkenntnisse sind inzwischen auch durch die Realität, also den globalen Temperaturanstieg bestätigt worden. Die weiteren Projektionen decken sich weitestgehend mit denen ihrer unabhängigen Kolleginnen und Kollegen.

2019 stand Exxon in New York vor Gericht - eben wegen seiner PR-Strategie, den Klimawandel in der Öffentlichkeit geleugnet zu haben, obwohl man es besser wusste. Der Richter sprach den Konzern seinerzeit frei - aus Mangel an Beweisen. Mit der Harvard-PIK-Studie wäre der Prozess vielleicht anders ausgegangen.

Quelle: Redaktion / koa