Inflation im Dezember gesunken - Rekordwert für das Jahr 2022

16. Jan. 2023 · Lesedauer 2 min

Die Inflation ist im Dezember auf 10,2 Prozent zurückgegangen. Das hat die Statistik Austria am Montag bekannt gegeben. Auf das Jahr 2022 gerechnet liegt sie bei 8,6 Prozent - das ist der höchste Wert seit 1974.

"Damit hat sich die Inflationsrate gegenüber 2021 mehr als verdreifacht und ist auf den höchsten Wert seit der ersten Ölpreiskrise geklettert", sagte Statistik-Austria-Generaldirektor Tobias Thomas. Größter Preistreiber der andauernden Teuerungswelle war zunächst die Energie. Nach dem Ausbruch des Ukraine-Kriegs sind Strom und Gas empfindlich teurer geworden.

Über den Jahresverlauf hat sich die Teuerung auch in anderen Warengruppen bemerkbar gemacht: zum Beispiel bei Lebensmitteln. Im November sind Nahrungsmittel im Schnitt um 15,2 Prozent teurer geworden - Butter gleich um 36,9 Prozent. Für Wohnung, Wasser, Energie fielen die Preisanstiege im Jahr 2022 mit durchschnittlich 12,6 Prozent dreieinhalbmal so stark aus wie im Jahr 2021. Die Preise für Verkehr stiegen mit 16,2 Prozent etwa zweieinhalbmal so stark wie im Jahr 2021.

Inflation im DezemberMartin Hirsch/wax

Es gibt aber auch preisdämpfende Faktoren, die zum Rückgang der Inflation beitragen. "Zum Rückgang haben sowohl die Strompreisbremse als auch der stark nachlassende Preisdruck bei Treibstoffen beigetragen", sagte Thomas. In den letzten Monaten sind die Großhandelspreise für Strom und Gas wieder deutlich gesunken - die seien aber noch nicht beim Verbraucher angekommen. 

Inflations-Höhepunkt im Oktober

Der vorläufigen Höhepunkt der Teuerungswelle dürfte bereits erreicht sein - im Oktober lag die Inflation bei 11 Prozent. Im Dezember ist sie nun leicht auf 10,2 Prozent zurückgegangen. Für das laufende Jahr 2023 erwarten Experten der österreichischen Nationalbank eine Inflationsrate von 6,5 Prozent - IHS-Chef Klaus Neusser rechnet mit etwa fünf Prozent.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat für die Euroländer eine Inflationsrate von zwei Prozent als Ziel. Um das zu erreichen, hat die EZB im vergangenen Jahr mehrmals die Leitzinsen angehoben, zuletzt im Dezember auf 2,5 Prozent.

Dadurch werden Kredite teurer und die Nachfrage sinkt. In der Theorie führt das zu sinkenden Teuerungsraten. Bis diese Maßnahmen eine Wirkung auf die Inflationszahlen haben, dauere das aber. Erst nach zehn bis zwölf Monaten könne damit gerechnet werden, dass sich die Zinserhöhungen positiv auf die Inflationsrate auswirken. 

 

 

Michael ZehenterQuelle: Agenturen / Redaktion / zeh