APA/dpa-Zentralbild/Jan Woitas

Studie: Weniger Abhängigkeit von Autokraten kostet Wohlstand und Arbeitsplätze

08. Aug. 2022 · Lesedauer 2 min

Eine wirtschaftliche Abkopplung von China und anderen autoritären Staaten hätte laut einer Ifo-Studie dramatische Auswirkungen auf den deutschen Wohlstand. Absatzmärkte würden wegbrechen, Rohstoffe würden teurer, so die Ökonomen.

Allein eine wechselseitige Abkopplung der EU von China würde die deutsche Industrie sehr hart treffen und die Wettbewerbsfähigkeit sinken lassen. Betroffen wären insbesondere Autohersteller und Maschinenbau. Höhere Einfuhrzölle und andere Handelshemmnisse auf beiden Seiten würden laut Ifo-Berechnung das deutsche Bruttoinlandsprodukt um 0,81 Prozent sinken lassen, also einen beträchtlichen Anteil des gesamten Wirtschaftswachstums kosten. Die Ifo-Studie, die am Montag veröffentlicht wurde, wurde von der Vereinigung der bayerischen Wirtschaft in Auftrag gegeben, die "Süddeutsche Zeitung" berichtete darüber.

Die Ifo-Forscher warnen, dass sie in ihren Berechnungen nur die Untergrenzen der zu erwartenden Verluste aufzeigen. Profitieren würden nur vergleichsweise kleine Bereiche wie die Textilindustrie.

Mehr Arbeitslosigkeit, politische Stabilität gefährdet

Eine Rückverlagerung von Industrieproduktion nach Deutschland oder in benachbarte Länder würde enorme Wohlstandsverluste bedeuten. Das hätten auch schon vorangegangene Ifo-Untersuchungen gezeigt. Im Falle einer umfassenden Rückverlagerung nach Deutschland würde das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) demnach um fast 10 Prozent sinken. "Die Deglobalisierung könnte nicht nur zu erhöhter Arbeitslosigkeit und geringerem Wachstum führen, sondern letztlich auch die politische Stabilität des Landes gefährden", warnen die Autorinnen und Autoren in dem Papier. Das Ifo-Institut empfiehlt eine Reduzierung einseitiger Abhängigkeiten und eine Diversifizierung der Lieferketten.

"Fakt ist aber, dass wir an unserem grundsätzlichen Geschäftsmodell der Internationalisierung festhalten müssen", resümierte für die Auftraggeber vbw-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt.

Quelle: Agenturen / Redaktion / lam